c't 25/2018
S. 66
Kurztest
Armbanduhr

Mode-Tick … Tack

Sonys FES Watch U ist entgegen des Trends überhaupt nicht smart, vielmehr präsentiert sie sich als Modeaccessoire mit einem technischen Kniff: Dank E-Paper-Display kann man den Look individualisieren – sogar am Armband.

Aufmacherbild

Ein Knopfdruck genügt und schon erstrahlt Sonys Armbanduhr FES Watch U in neuem Glanz. Das funktioniert, weil das Zifferblatt und große Teile des Armbands aus einem flexiblen E-Paper-Display bestehen. Inhalte erscheinen darauf in schwarzweiß. So präsentiert sich die FES Watch U beispielsweise mit Zeigern und gepunkteten Armband oder mit einer digitalen Uhrzeit-Anzeige nebst Armband in QR-Code-Optik.

Um die Designs zu wechseln, legt die Uhr kurzzeitig eine Spannung an, sodass sich die weißen und schwarzen Partikel des E-Ink-Displays (elektronische Tinte) neu ausrichten. Anschließend bleibt das Bild für eine Minute lang stehen, bis ein Zeiger-/Ziffernwechsel und somit ein erneuter Bildaufbau ansteht. Da nicht permanent Spannung anliegt, hält der Akku der Uhr sehr lange durch. Sony gibt eine durchaus realistische Laufzeit von bis zu zwei Wochen an, wenn man in den Optionen einstellt, dass die Uhrzeit ausschließlich beim Drücken der Taste an der Uhr erscheint.

Über eine Gratis-App (Android und iOS) hat man die Wahl aus über hundert kostenlosen Designs und kopiert diese via Bluetooth auf die Uhr. Die App erstellt basierend auf Fotos auch eigene Muster. Im Test zickte sie jedoch und ließ uns partout nur auf das zuletzt gemachte Foto zugreifen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind leider ziemlich eingeschränkt. So lässt sich das Bild lediglich drehen, vergrößern und verkleinern. Viele Motive kann man so nicht optimal auf den Flächen für das Ziffernblatt und dem Armband anordnen.

Das E-Paper-Display ist nicht beleuchtet. Zum Ablesen der Uhrzeit ist man also auf Umgebungslicht angewiesen. Die Darstellung des Bildschirms ist ziemlich kontrastarm und die Auflösung fällt vergleichsweise grob aus. Sony hat uns die Pixeldichte bis Redaktionsschluss nicht mitgeteilt.

Das Armband besteht aus flexiblem Gummi. Die Länge stellt man über acht Löcher ein. Am Ende sitzt eine Metallvorrichtung, die mit einem Klick schließt. Im Test war die Uhr stets sicher am Arm. Auch wenn das E-Paper-Display flexibel ist, sollte man das Armband nicht unnötig quetschen und verdrehen. Das Display für das Ziffernblatt ist durch Saphirglas geschützt. Insgesamt ist die FES Watch U solide verarbeitet, wirkt aber etwas klobig.

Sonys FES Watch U ist zwar nach gängiger Auffassung eine gänzlich unsmarte Uhr, sie kommt aber mit einer durchaus smarten Idee daher. Das flexible E-Paper-Display ist einerseits ein Hingucker, andererseits kann die flaue und grobkörnige Darstellung nicht vollends überzeugen. Für einen Nachfolger wünschen wir uns einen besseren Bildschirm. Außerdem sollte Sony den Preis reduzieren, denn für rund 600 Euro bleibt die FES Watch U ziemlich sicher in der Nische stecken. (des@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Sony FES Watch U

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