c't 25/2018
S. 23
Test
Mittelklasse-Grafikkarten

Aller guten Dinge …

Zwei Radeon RX 590 von Sapphire und XFX

AMDs Radeon RX 590 stößt nicht nur preislich in die Lücke zwischen Nvidias GeForce GTX 1060 und 1070. Wir haben uns zwei Mittelklasse-Grafikkarten mit der neuen GPU näher angesehen.

AMD erweitert im Schatten von Nvidias teuren GeForce-RTX-Karten mit der Radeon RX 590 die Mittelklasse und bringt den dritten Aufguss der Polaris-Architektur. Die Modelle der vier Partner Asus, Powercolor, Sapphire und XFX kosten zwischen 260 und 310 Euro und liegen preislich damit zwischen Nvidias GeForce GTX 1060 und 1070. Die 3D-Leistung der bisher durchweg mit 8 GByte GDDR5-Speicher ausgestatteten RX-590-Karten liegt im 3DMark dichter an der GTX 1070, in anspruchsvollen Spieletiteln wie Far Cry 5 allerdings näher an der GTX 1060. Das reicht komfortabel für Full-HD-Auflösung und mit leichten Abstrichen und Bildraten in den niedrigen 40ern auch für 2560 × 1440 (WQHD). Spätestens in Ultra HD muss man sich in mit mittleren Details zufriedengeben. Die RX 590 ist zu DirectX 12 nur mit Feature-Level 12_0, sowie OpenGL 4.6, OpenCL 2.0 und Vulkan kompatibel und unterstützt FreeSync für eine geschmeidigere Darstellung bei Bildraten unter 60 fps.

Ihre Leistung beziehen die RX 590er aus der Polaris-30-GPU, die von Globalfoundries in 12 Nanometer breiten Strukturen gefertigt wird. Laut AMD ist das der Grund für den mit 1.580 respektive 1.560 MHz (XFX/Sapphire) höheren 3D-Takt als bei den Vorgängern. Sapphire übertaktet zudem den Speicher um 5 Prozent. Allerdings steigt auch die Leistungsaufnahme. Die beiden mit je einem Acht- und einem Sechspolanschluss ausgestatteten Dual-Slot-Karten schlucken unter Last 230 bis 250 Watt, einzelne Spitzen gehen bis 336 Watt. Aktiviert man bei der Sapphire-Karte das Stromspar-BIOS via Schalter, pendelt sich die Leistungsaufnahme mit 215 Watt etwa auf dem Niveau der RX 580 Nitro+ ein, der Takt bleibt mit 1545 MHz im 3DMark allerdings rund 10 Prozent höher. Die Kühler schalten im Leerlauf ab und sind daher unhörbar. Unter Last dreht die Sapphire-Karte auf 1,0 Sone (Stromspar-Modus: 0,7 Sone), die von XFX auf 1,3 Sone auf. Ab hohen dreistelligen Bildraten, wie sie in Spiele-Menüs auftreten, geben beide zudem Zirpgeräusche von sich.

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