c't 26/2018
S. 44
Kurztest
Streaming-Client

Videomenü mit Stäbchen

Bislang waren die Fire TV Sticks nur abgespeckte Versionen der Fire-TV-Boxen, mit der 4K-Version wendet sich das Blatt. Das neue Modell soll dem Käufer mehr Leistungen bieten als jeder andere 4K-Streaming-Stick unter 100 Euro.

Aufmacherbild

Der Fire TV Stick 4K gibt als erster Streaming-Client von Amazon Videos bis zur ultrahohen Auflösung 2160p60 in allen nur erdenklichen Formaten wieder – H.264-, HEVC- und VP9-kodiert, mit erhöhtem Kontrast in den Formaten HDR10, HLG, Dolby Vision sowie HDR10+ und mit Dolby-Atmos-Ton. Zudem ist es der erste Stick, der die Bildwiederholfrequenz an seinem HDMI-Ausgang der Original-Framerate des Videos anpassen kann. Ab Werk ist diese Funktion aber noch nicht aktiviert.

Apps müssen zudem HDR-Formate, 3D-Sound und Frequenzanpassung aktiv unterstützen. Bei Amazons eigenem Angebot ist dies der Fall, bei Netflix gibt es aktuell Dolby Vision, aber keinen Dolby-Atmos-Sound. YouTube sieht man nur ohne HDR über die mitgelieferten Browser Firefox und Silk. Die Fire-TV-Oberfläche ist leider immer noch sehr stark auf Amazon Video zugeschnitten und recht unübersichtlich.

Mit seinem auf 1,7 GHz getaktete Quad-Core-Prozessor ist der Neuling flotter als der Vorgänger (1,3 GHz). Wegen des recht kleinen Arbeitsspeichers von 1,5 GByte verzögert sich aber schon mal der Wechsel zwischen Apps stärker als bei der Fire-TV-4K-Box (2 GByte). Alles in allem kommt man aber flott durch Menüs, auch Spiele laufen flüssig.

Die Bluetooth-Fernbedienung bietet nun Steuertasten, um die Lautstärke des Fernsehers oder des Audio/Video-Receiver beziehungsweise der Soundbar zu steuern und diese Geräte ein- und auszuschalten. Realisiert wird dies über einen integrierten Infrarot-Sender und das HDMI-Fernsteuerungsprotokoll CEC. Eine Garantie, dass das mit Geräten aller Marken funktioniert, gibt es jedoch nicht. Der Stick selbst lässt sich weiterhin nicht ausschalten.

Die hauseigene Sprachassistentin Alexa ist wieder mit an Bord. Man spricht sie direkt über die Sprachsuche-Taste der Fernbedienung an, ein zusätzliches Aktivierungswort ist nicht nötig. Neben der Sprachsuche nach Titeln steht so eine Wiedergabe-Steuerung zur Verfügung – aktuell allerdings nur bei Amazon Video und Netflix.

Will man sich nicht auf die WLAN-Verbindung verlassen, kommen zu den rund 60 Euro für Fire TV Stick 4K noch einmal 15 Euro für einen passenden Ethernet-Adapter hinzu. Bei uns funktionierte die drahtlose UHD-Video-Übertragung jedoch problemlos. Insofern bietet Amazon mit dem Stick trotz der genannten Schwächen einen gelungenen Einstieg in die 4K-Videowelt mit Sprachassistenz. (nij@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Fire TV Stick 4K

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