c't 26/2018
S. 18
News
Überwachung
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Bild: A News/dpa

Big Brother boomt

Wie die Grenzen zwischen Militär und Überwachungsindustrie verschwimmen

Der kritische Journalist Jamal Khashoggi wurde von Saudi-Arabien vor seiner Ermordung offenbar minutiös überwacht. Die dazu nötige Software lieferte laut Edward Snowden eine Cyber-Security-Firma aus Israel. Deren Kundschaft spioniert auch andere Oppositionelle und Menschenrechtler aus – und zahlt dafür gut.

Aufsehen erregt in Israel aktuell die Enthüllung enger Geschäftsbeziehungen der in Herzliya ansässigen NSO Group Technologies zum Feudalregime Saudi-Arabiens. Wie die Tageszeitung Haaretz aufdeckte, liefert die Firma mindestens seit Februar 2017 Technik an das saudische Königshaus für das Hacken von Mobiltelefonen. Durch die Pegasus-3-Software von NSO lassen sich Handys kapern, Telefongespräche abhören sowie SMS und WhatsApp-Nachrichten lesen. Angreifer können über das infizierte Handy Gespräche im Raum mithören, die Kamera einschalten und per GPS die Bewegungen des Besitzers verfolgen, ohne dass dieser Verdacht schöpft.

Für diesen Komfort griffen die Ölbarone tief in die Tasche: Laut Haaretz zahlte Saudi-Arabien für Pegasus 3 insgesamt 55 Millionen US-Dollar an die NSO Group.

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