c't 4/2018
S. 104
Kaufberatung
Überspannungsableiter
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Blitz-Schützer

Überspannungsableiter für DSL-Router und Ethernet

Verlässlicher Schutz gegen Überspannungen, wie sie etwa ein Blitzschlag auslöst, ist aufwendig und teuer. Simple „Zwischenstecker“ allein können nicht alle, aber immerhin manche Schäden vermeiden – sofern man sie richtig anschließt.

Zu hohe Spannungen beschädigen elektronische Geräte. Überspannungsableiter sollen davor schützen. Man kann sie etwa in Form von Mehrfachsteckdosen mit eingebauter Schutzschaltung für die 230-Volt-Stromleitung kaufen. DSL-Router hängen außer am Stromnetz aber auch an der Telefonleitung, die ebenfalls Überspannung ins Haus führen kann. Auch für DSL-, Telefon- und Ethernet-Leitungen gibt es Zwischenstecker mit RJ45-Buchsen, die vor hohen Spannungen schützen. Wir haben fünf solcher Überspannungsschutzgeräte ausprobiert: ALL95100 und ALL95101 von Allnet, Dehn Dehnprotector DPro 230 LAN100 sowie DT-TELE-RJ45 und DT-LAN-CAT.6+ von Phoenix Contact. Dabei ging es uns vor allem um die Dämpfungswirkung, die manchmal den Datendurchsatz mindert.

Überspannungen

Damit der Überspannungsschutz überhaupt wirken kann, muss man die Technik verstehen und richtig anschließen. Sicherer Schutz gegen direkte Einschläge ist aufwendig und teuer, weil dabei gewaltige Energiemengen sicher abgeleitet werden müssen. So etwas baut man nur in Sendemasten oder auch Seilbahnen ein. Bei Wohngebäuden begrenzen Blitzableiter die Schäden am Gebäude. Schutz vor Überspannungen durch direkte Treffer fehlt hier meistens; das wäre zu teuer. In Wohngebäuden sollen Überspannungsableiter das Risiko für Schäden durch weiter entfernte Blitzschläge und andere Störquellen mindern, etwa durch Schaltvorgänge im Stromnetz.

Blitzschutz zonenweise

In den eng vermaschten Strom- und Datennetzen dicht bebauter Stadtgebiete verteilen sich Überspannungen rasch; als Faustregel gilt hier, dass Blitzschläge in mehr als 1 bis 2 Kilometern Entfernung nur geringe Überspannungen ins Haus bringen. Anders sieht das in exponierten Wohnlagen aus: Bei freistehenden Bauernhöfen und in Randlagen von Dörfern treten schädliche Überspannungen auch durch weiter entfernte Blitze auf. Deshalb sind hier DSL-Router besonders gefährdet – vor allem, wenn die Telefonleitung an Masten hängt, statt im Erdreich vergraben zu sein. Mehrere c’t-Leser haben uns von Fritzboxen berichtet, die nach Gewittern ausfielen – vorwiegend in exponierten Wohnlagen.

Normgerechte Geräte zum Anschluss an das 230-Volt-Netz müssen kurzzeitig bis zu 1000 Volt vertragen. Das ist etwa Voraussetzung für das CE-Zeichen. Dabei geht es jedoch um Spannungsimpulse, die nur den Bruchteil einer Millisekunde dauern. In der Wirklichkeit halten sich Überspannungen nicht an genormte Messverfahren und richten dann eben doch Schaden an.

Nach dem englischen Wort Surge für einen (Spannungs-)Impuls nennt man ein Überspannungsschutzgerät auch Surge Protection Device (SPD). Darin stecken Bauelemente wie Funkenstrecken, die ab einer gewissen Spannung Strom durchlassen. Für die Überspannung stellen sie dann einen Kurzschluss dar, durch den Energie abfließt. Das Ableiten der schädlichen Energie mindert die Höhe des Spannungsimpulses.

Fließt die Energie nicht schnell genug ab, funktioniert der Überspannungsschutz nicht. Deshalb braucht jedes SPD einen gut leitfähigen Anschluss an einen Schutzleiter, auch PE (Protective Earth), Masseleitung oder Erdleitung genannt. Bei den üblichen Schutzkontakt-(Schuko-)steckdosen liegt PE an den beiden berührbaren Federkontakten an.

Ein simpler Zwischenstecker kann keine extremen Überspannungspulse verarbeiten kann: Es handelt sich dabei um sogenannte Feinschutzgeräte. Sie sind eigentlich dazu gedacht, im Verbund mit anderen, stärkeren SPDs in der Hausverteilung nur noch „Überspannungsreste“ abzuleiten.

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