c't 7/2018
S. 90
Test
Vernetzte Zwischenstecker
Aufmacherbild

Sprechschalter

Neun funkgesteuerte Steckdosen

Mit dem Netz verbundene Zwischenstecker schalten beliebige Geräte von unterwegs und geben Informationen über Stromverbrauch oder Umgebungstemperatur preis. Koppelt man sie mit einem Sprachassistenten wie Alexa, lassen sie sich verblüffend vielseitig einsetzen.

Sprachassistenten werden richtig spannend, wenn man in den eigenen vier Wänden auf Zuruf Dinge in Bewegung setzen kann. Doch die derzeit dominanten Assistenten von Amazon und Google unterstützen nur in sich geschlossene Smart-Home-Systeme. Per Funk gesteuerte Zwischenstecker erlauben es einem hingegen, auch ältere Geräte einzubinden. Diese werden dann zwar nicht wirklich „smart“, gehorchen aber zumindest aufs Wort.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Die Zwischenstecker lassen sich im einfachsten Fall nutzen, um Opas Röhrenradio anzuknipsen oder Stehlampen zu schalten. Wer die Kaffeemaschine schon am Vorabend befüllt, kann den Brühvorgang vom Bett aus starten.

Vor Standby-hungrige Geräte gehängt, sparen die Steckdosen Energie. Das Entertainment-Zentrum im Wohnzimmer oder Drucker und Scanner im Büro lassen sich auf Zuruf aktivieren oder abschalten. Es spricht auch nichts dagegen, lärmende Verbraucher wie Kühlschrank oder Aquarienpumpe für die Dauer des Mittagsschläfchens verstummen zu lassen.

Am Ende kann ein Zwischenstecker sogar für die Abschaltung der smarten Lautsprecher sorgen, indem man ihnen den Strom abdreht. Vor Amazons Echo oder Google Home gehängt, geben sie so einen prima Selbstzerstörungsmechanismus ab. Die Alexa-App macht solche Spielereien besonders einfach. Über den Menüpunkt Routinen lassen sich beliebige Sprachkommandos hinterlegen, die als Trigger-Ereignis für Smart-Home-Aktionen dienen können.

Testfeld

Im Test sind neun Zwischenstecker, mit denen sich beliebige Verbraucher per Sprache steuern lassen. Die meisten schalten Lasten bis zu einer Stromstärke von 16 Ampere, sind also auch für Wasserkocher oder Elektroheizungen nutzbar. Alle Kandidaten lassen sich über Amazons Alexa ansprechen, immerhin sieben funktionieren auch mit Google Home. Apples Siri, Microsofts Cortana und Samsungs Bixby hinken hinterher; hierzulande sind noch keine passenden Netzwerklautsprecher erhältlich. Die breiteste Geräteauswahl gibt es für Alexa. Zu Amazons Echo-Lautsprechern gesellen sich unzählige Geräte von Drittherstellern mit „Alexa inside“.

Der getestete WeMo Insight Switch von Belkin war einer der ersten WLAN-Zwischenstecker am Markt. Drei Testkandidaten stammen von den Netzwerkprofis AVM, D-Link und TP-Link. Osram steuert den Smart+-Plug aus seinem Lichtsystem Lightify zum Testfeld bei. Vier beliebte Zwischenstecker erwarben wir über den Online-Handel. Firmen wie Ogemray, Tuya, Maxcio und CoolKit kennt man zwar nicht, doch die No-name-Steckdosen sind allein schon wegen ihres Preises attraktiv. Für einige Markengeräte muss man das Dreifache ausgeben.

Kommentare lesen (5 Beiträge)