c't 7/2018
S. 44
Test
Raspberry Pi
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Der Letzte seiner Art

Raspberry Pi 3B+ mit GBit-Ethernet, 5-GHz-WLAN und PoE

Alle Jahre wieder kommt ein neuer Raspi: vor zwei Jahren der Raspi 3B, im letzten Jahr der Zero W – und nun zum „Pi Day“ am 14. 3. der moderat aufgebohrte Raspberry Pi 3B+.

Als die Raspberry Pi Foundation vor zwei Jahren den Raspberry 3B präsentierte, war schon klar: Das Ende der Fahnenstange ist für diese Architektur sehr nah (siehe ct.de/yv3e). Egal, wie viele und wie schnelle ARM-Kerne man noch in dem System-on-Chip (SoC) unterbringt – solange der Grafikprozessor VideoCore IV das Herzstück bleibt, bleibt es ebenso bei USB 2.0 und maximal 1 GByte RAM. Neue Multimedia-Codecs lassen sich nur in Software realisieren. Von 4K braucht man deshalb nicht mal zu träumen, bei 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde ist Schluss.

Damit die Foundation ihre Grundsätze Abwärtskompatibilität und Offenheit einhalten kann, müsste für einen wesentlich besseren Raspi ein zumindest verwandtes, modernes SoC mit offen dokumentierter GPU her. Der ist aber – trotz einiger Spekulationen um den BCM7268 – nicht in Sicht. Also liefert die Foundation jetzt das, was realistisch zu erwarten war: Bei exakt gleicher Bauform steckt im Raspi „3B+“ etwas mehr drin als im Vorgänger „3B“. Vorhandene Aufsteckmodule und Gehäuse kann man einfach weiternutzen. Nach einem Betriebssystem- und Kernel-Update (4.14.24), die zum Erscheinen dieser Ausgabe schon freigegeben sein sollten, funktioniert dann auch möglichst alle schon vorhandene Software auf dem Raspi 3B+. Unsere ersten Tests geben Grund zur Zuversicht.

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