c't 8/2018
S. 35
News
Apple

Tastenloses Keyboard

Mit Glasoberfläche, aber ohne physische Tasten: Grafik aus Apples Patentantrag zum Keyboard für Tipp- und Touch-Eingaben.

Apple forscht an einem tastenlosen Keyboard, wie aus einem vom US-Patent- und Markenamt jüngst veröffentlichten Patentantrag hervorgeht. Die Tastatur registriert Druck an bestimmten Stellen ihrer Glasoberfläche und bestätigt haptisch, wenn etwa eine Buchstabeneingabe erfolgt ist. Sie unterscheidet außerdem zwischen Tipp- und Touch-Eingaben.

Mit gewöhnlichen virtuellen Tastaturen auf Touch-Geräten sind Rückkopplungen kaum spürbar, einen Rastpunkt wie bei physischen Tasten gibt es nicht. Es brauche deshalb ein Eingabegerät, das die Vorteile von physischen und virtuellen Tastaturen ohne deren Nachteile vereint, so Apple. Nebenbei könnte Apple mit einem derartigen Keyboard ein Problem von aktuellen, ultraflachen Tastaturen beseitigen – einzelne Tasten klemmen gelegentlich. (dz@ct.de)

Display-Technik in Eigenregie

Bisher steckt in der Apple Watch ein OLED-Display. Der Konzern soll aber schon Prototypen auf Basis der weit besseren Mikro-LEDs hergestellt haben.

Apple entwickelt nach Prozessoren eine weitere Kernkomponente von Smartphones komplett in Eigenregie: Das Unternehmen will laut Bloomberg Displays auf Grundlage von Mikro-LEDs fertigen. Dazu hatte Apple 2014 den Spezialisten LuxVue übernommen.

Mit einer eigenen Display-Technik könnte Apple den Geldfluss zum Zulieferer und Mitbewerber Samsung weiter eindämmen. Auch haben Displays ein hohes Differenzierungspotenzial – etwa hinsichtlich der Bildqualität. Große Display-Hersteller wie Sony und Samsung ringen ebenfalls um eine effiziente Massenfertigung auf Grundlage der Mikro-LEDs.

Mikro-LED-Pixel bestehen aus je einer roten, grünen und blauen Leuchtdiode. Die Elemente werden überwiegend auf Saphir-Wafern produziert und dann auf das Substrat mit der Ansteuerelektronik übertragen. Dieser Transferprozess ist noch sehr zeitaufwendig und fehleranfällig.

Doch Mikro-LEDs könnten in der Display-Entwicklung das nächste große Ding werden. Die Vorteile gegenüber aktuellen OLEDs sind dünnere Displays, deutlich niedrigere Stromaufnahme, höhere Auflösung, mehr Leuchtkraft und größerer Farbumfang sowie bessere Ablesbarkeit bei direkter Lichteinstrahlung.

Laut Bloomberg hat Apple schon Prototypen für die Apple Watch hergestellt. Apple Watches mit Micro-LEDs könnten frühestens 2019 erscheinen. Vielleicht bringt Apple also endlich eine Uhr auf den Markt, die den ganzen Tag die Zeit anzeigt und dennoch nicht jede Nacht an die Steckdose muss. (dz@ct.de)

Apple und die Forschungsgelder

Apple wird 2018 gut 14 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung neuer Geräte und Verfahren stecken. Das meldet das Wirtschaftsblog Above Avalon unter Berufung auf Finanzunterlagen des iPhone-Konzerns. Noch vor vier Jahren betrug dieser Posten bei Apple nur die Hälfte. Nun schickt sich Apple an, in einem Jahr mehr auszugeben als zusammengenommen von 1998 bis 2011.

Bezogen auf die jährlichen Einnahmen steigen Apples Forschungsausgaben seit einigen Jahren kontinuierlich und werden 2018 5,3 Prozent erreichen – das wird dann der Höchstwert der letzten zehn Jahre. Gemessen an Unternehmen wie Google oder Facebook ist der Anteil aber niedrig – deren Forschungsausgaben liegen leicht beim Doppelten bis Dreifachen prozentualen Anteil. (dz@ct.de)

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