c't 2/2019
S. 28
Praxis
Support-Ende für Windows 7
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Die Lunte brennt

Das letzte Support-Jahr für Windows 7 – jetzt handeln

Es ist noch enorm oft im Einsatz, und trotzdem hält Microsoft weiterhin unbeirrt am Zeitplan fest: Am 14. Januar 2020 endet der Support für Windows 7 – und das ist gerade mal noch ein Jahr hin. Doch was bedeutet das konkret und wer muss sich nun Gedanken machen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und zeigen Auswege.

Wenn Microsoft den Support für eine Windows-Version einstellt, sind die Auswirkungen jedes Mal andere. Als es 2014 Windows XP traf, gab es ein Riesen-Theater. Obwohl es zum Zeitpunkt des Support-Endes mit Windows 7 einen allgemein als würdig akzeptierten Nachfolger gab, wollten oder konnten sich trotzdem viele Nutzer nicht von XP trennen – sie hatten es lieb gewonnen oder Inkompatibilitäten verhinderten den Umstieg. Das Support-Ende von Windows Vista im April 2017 rief hingegen vor allem Schulterzucken hervor, weil es eh kaum noch jemand nutzte. Im Januar 2020, wenn Microsoft den Support für Windows 7 beendet, dürfte es wieder Theater geben, und zwar diesmal in einer noch dramatischeren Inszenierung: Der Marktanteil von Windows 7 zum Zeitpunkt des Support-Endes wird jenen von XP seinerzeit noch weit übersteigen. Zudem ist Windows 10 weit davon entfernt, allgemein als würdiger Nachfolger akzeptiert zu werden – viele Windows-7-Nutzer wollen Microsofts aktuelles Betriebssystem bislang nicht mal geschenkt.

Was also soll man tun? In dieser Ausgabe widmen wir dieser Frage drei Artikel: Der, den Sie gerade lesen, dröselt auf, was genau das Support-Ende eigentlich bedeutet und welche Auswirkungen es hat. Der nachfolgende gibt jenen Nutzern Tipps, die trotzdem bei Windows bleiben wollen. Den Abschluss bildet ein Blick über den Tellerrand: Wenn man sich ohnehin an etwas Neues gewöhnen muss, warum sollte man dann die Gelegenheit nicht nutzen und mal etwas ganz anderes ausprobieren?

Video: Nachgehakt

Was genau endet

Wenn Microsoft den Support einstellt, bedeutet das im Grunde bloß eines: Am 14. Januar 2020 gibt es zum letzten Mal kostenlose Sicherheits-Updates für Windows 7, danach ist Schluss damit. Alle nach diesem Zeitpunkt entdeckten Sicherheitslücken werden also nicht mehr gestopft. Und es werden weiterhin welche gefunden, verlassen Sie sich darauf: Von den rund 1000 Schwachstellen in Windows 7, die die einschlägige Datenbank „CVE Detail“ seit Erscheinen dieser Windows-Version im Jahr 2009 insgesamt verzeichnete, wurden 229 erst im Jahr 2017 gefunden; 2018 waren es bis Redaktionsschluss auch schon wieder 139. Von den insgesamt 269 besonders dramatischen Lücken, die das Einschleusen und Ausführen beliebigen Codes erlauben (code execution), wurden gar 47 erst 2017 und 30 im Jahr 2018 entdeckt.

Pro Jahr entdeckte Schwachstellen

Noch fataler ist, dass aus Windows 7 jede Menge Code in die Nachfolger Windows 8(.1) und 10 übernommen wurde – das ist so üblich, denn Microsoft entwickelt ja Windows nicht ständig neu, sondern immer nur weiter. Wenn also in jüngeren Windows-Versionen eine Sicherheitslücke gefunden wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auch in Windows 7 steckt. Dazu kommt: Wenn Microsoft Lücken in Windows 8.1 und 10 schließt, veröffentlicht der Konzern normalerweise mehr oder weniger detaillierte Informationen über die Art der Lücken, und so erhalten Angreifer Hinweise, an welchen Stellen die Suche nach Angriffsmöglichkeiten in Windows 7 besonders schnell zum Ziel führen dürften.

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