c't 2/2019
S. 20
News
Server-CPUs, Chipsätze

Server-Prozessoren für Deep Learning

Intels kommende Xeon-Serverprozessoren Cascade Lake und Cooper Lake sollen vor allem Deep Learning stark beschleunigen, wieder etwas sicherer werden und später ein neues Datenformat nutzen – all das in 14 nm.

Mit Cooper Lake soll ein neues Datenformat kommen, welches die KI-/Deep-Learning-Leistung weiter steigert.

Die für 2019 erwarteten, weiter in 14-nm-Technik hergestellten Cascade-Lake-Xeons werden im Rahmen der AVX512-Befehlssatzerweiterung vier neue KI-Instruktionen erhalten. Je zwei davon arbeiten mit reduzierter Ganzzahlpräzision INT16 und INT8. Daher eignen sie sich hauptsächlich für die Folgerungsschicht (Inferencing), weniger für das Training neuraler Netze. Intel nennt das Deep-Learning Boost, vormals Vector Neural Net Instructions (VNNI).

Die innere Schleife eines INT8-Convolution-Layers kann Cascade Lake dadurch mit nur einer Instruktion (VPDPBUSD, zwei pro Takt) abbilden. Damit ist dieser spezielle Durchsatz dreimal so hoch wie beim Vorgänger Skylake X, mit INT16-Genauigkeit immerhin noch doppelt so hoch.

Cascade Lake wird in Hardware auch gegen Spectre V2 (Branch Target Injection) gehärtet, nachdem mit Core-i-9000 bereits die ersten CPUs Maßnahmen gegen Spectre V3 (Rogue Data Cache Load) und L1 Terminal Fault enthalten.

Im Cascade-Lake-Nachfolger Cooper Lake (ebenfalls noch in 14 nm gefertigt) gibt es das neue Datenformat bfloat16 (BF16) als Speichersparvariante von FP32 mit ebenfalls 8-bittigem Exponenten, aber geringerer Genauigkeit (7 Bit Mantisse). Cooper Lake soll BF16 doppelt so schnell ausführen wie FP32.

Außerdem verriet Intel etwas mehr zum Optane Persistent Memory, welches Cascade Lake erstmals unterstützt. Wie schon vermutet, können in bestimmten Server-Boards bis zu 6 TByte Optane-Speicher zum Einsatz kommen – zusätzlich zu 1,5 TByte DDR4-LRDIMMs. (csp@ct.de)

Intels seltsamer B365-Chipsatz

Die Neuerungen USB 3.1 Gen 2 und CNVi-WLAN, wie beim B360 im Bild, fehlen dem B365.

Auf der Intel-Website ist ohne großes Brimborium der neue B365-Chipsatz aufgetaucht, der nur 2 US-Dollar mehr kostet als die Einsteiger-Variante H310. Seine angepriesenen Merkmale entsprechen denen des H270 und deuten darauf hin, dass es sich um Restbestände aus der 200er-Serie handelt. Mit neuen Boards mit passender Einstellung der Management-Engine unterstützt der B365 Core-i-8000-/-9000-CPUs. Verzichten muss man allerdings auf die eigentlichen Neuerungen der 300er-Reihe: eingebautes USB 3.1 Gen 2 sowie CNVi-WLAN.

Existenzgrund des B365 könnten Intels Lieferprobleme bei aktuellen 14-Nanometer-Chips sein – darunter die „echten“ 300er-Chipsätze. Einige 14-nm-Produktionsstraßen stellte Intel bereits auf den offenbar noch nicht massentauglichen 10-nm-Prozess um. Die 200er-Chipsätze wurden noch in 22-nm-Technik hergestellt und könnten durch einfaches Umbenennen Intels aktuelle Lieferprobleme lindern. (csp@ct.de)

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