c't 3/2019
S. 96
Test
Mini-Workstations
Aufmacherbild

Arbeitsplätzchen

Mini-Workstations im 1- oder 3-Liter-Gehäuse

HP und Lenovo schrumpfen professionelle Arbeitsplatz-PCs aufs Pralinenschachtelformat. Die Z2 Mini G4 und die ThinkStation P330 Tiny bringen vieles mit, was auch die großen Geschwister auszeichnet – etwa ECC-RAM oder eine Profi-Grafikkarte mit zertifizierten Treibern. Doch das Kompaktformat hat seinen Preis.

Sie mögen winzig sein, doch weil sie die Designsprache der großen Modelle tragen [1], sind sie auf den ersten Blick als Workstation zu erkennen. Tatsächlich könnte es sich bei HPs Z2 Mini G4 um das vakuumverpackte Flaggschiff Z8 handeln, das nur darauf wartet, aufgeblasen zu werden. Und Lenovos ThinkStation P330 Tiny sieht aus, als sei sie durch Anwendung eines Schrumpfstrahls entstanden. Nein, dem Stereotyp „groß, schwarz, stark“ entsprechen diese beiden absolut nicht.

In ihren kompakten Gehäusen findet dennoch alles Platz, um auch anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen: Sechskern-CPUs, bis zu 32 GByte Arbeitsspeicher, schnelle PCIe-SSDs und Profi-Grafikkarten mit für bestimmte CAD- und Entwicklungsprogramme zertifizierten Treibern.

Wie bei HP und Lenovo üblich, passt man die Ausstattung nach dem Baukastenprinzip den eigenen Anforderungen an. Bei den Amerikanern hat man die größere Auswahl und kann sich beispielsweise zwischen 21 CPUs vom kleinen Vierkerner Core i3-8100 bis zum Xeon E-2176G vPro entscheiden. Lenovo hat hingegen nur vier Core-i-Modelle im Angebot, die allesamt als T-Versionen mit einer TDP von 35 Watt und reduziertem Turbo-Takt antreten – zumindest, wenn man eine dedizierte Grafikkarte nutzen möchte. Außerdem setzen die Chinesen ausschließlich auf Nvidias Quadro-Familie, bei HP darf man alternativ auch eine Radeon Pro WX von AMD wählen.

Hier wie da stehen nicht alle Konfigurationsmöglichkeiten im Webshop zur Verfügung, einiges lässt sich nur über einen Vertragshändler zusammenstellen. Preislich bewegen sich die Kleinen definitiv auf Workstation-Terrain: Die einfachste derzeit im Webshop erhältliche Konfiguration der HP Z2 Mini G4 kostet 1270 Euro, und zwar mit Core i7-8700 ohne zusätzliche Grafikkarte. Lenovo verlangt für die ThinkStation P330 Tiny mindestens 911 Euro, ebenfalls ohne Quadro und mit kleiner 128-GByte-SSD. Mit ein paar Upgrades lassen sich die Preise auf über 3000 Euro hochtreiben. Um zu prüfen, was sich in derart kleinen Gehäusen mit gut einem respektive knapp drei Liter Volumen machen lässt, wünschten wir uns von beiden Herstellern eine möglichst potente Konfiguration in Bezug auf CPU und GPU.

Kommentare lesen (2 Beiträge)