c't 3/2019
S. 134
Hintergrund
Computerspielsucht
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Kaputt gespielt?

Computerspielsucht als Diagnose

Die Anerkennung der Computerspielsucht als psychische Störung ist medizinisch umstritten, Hilfe für Betroffene gibts schon vielerorts. Der Computerspielindustrie geht es dabei um viel Geld.

Die neue Fassung des ICD, des international verwendeten Diagnosehandbuchs der Weltgesundheitsorganisation (WHO), enthält nun erstmals eine „gaming disorder“ – auf Deutsch am ehesten „Computerspielsucht“. Die Vorgängerversion ICD-10 stammt noch aus dem Jahr 1992. Das ICD-11 soll ab 2022 Eingang in die Praxis finden.

Computerspielsucht findet sich im Kapitel für die psychischen Störungen. Laut des aktualisierten Handbuchs muss für eine Diagnose des Störungsbildes wiederholtes oder anhaltendes Computerspielverhalten vorliegen, das mit den folgenden drei Kriterien einhergeht: Die Person hat eingeschränkte Kontrolle über ihr Spielverhalten, das Spielen wird für die Person wichtiger als andere Dinge im Leben, und es wird trotz negativer Konsequenzen fortgesetzt.

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