c't 3/2019
S. 57
News
Apple

App-Store-Rekorde und Kooperationen

Demnächst mit iTunes-App an Bord: Samsung- und andere Smart-TVs

Anfang des Jahres brach Apples Aktie in Folge einer Umsatzwarnung heftig ein. Der iPhone-Hersteller senkte die Umsatzprognose für das letzte Quartal 2018 von 89 bis 93 Milliarden auf 84 Milliarden US-Dollar. Genaue Zahlen will Apple am 29. Januar veröffentlichen. Die Warnung gehe vor allem auf schlechtere iPhone-Verkäufe in China zurück, erklärte Konzernchef Tim Cook. Im Jahr 2017 machte Apple dort rund ein Fünftel seines Geschäfts.

Möglicherweise ist Apple zwischen zwei Mühlsteine geraten: Weil die USA dem Telekommunikationskonzern Huawei Verstöße gegen Sanktionsauflagen vorwerfen, wurde Anfang Dezember in Kanada Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou, die Tochter des Gründers Ren Zhengfei, festgenommen. In der Folge riefen zahlreiche chinesische Firmen ihre Mitarbeiter auf, keine US-Produkte mehr zu verwenden. Zusätzlich haben manche Unternehmen die Käufe von Huawei-Geräten gestützt, darunter mit Subventionen von 10 bis 20 Prozent, schreibt der japanische Newsdienst Nikkei. Apple räumte aber auch in anderen Märkten schwächere iPhone-Absätze ein, ohne jedoch die Länder zu nennen.

Nun versucht die Firma, mit positiven Zahlen aus anderen Bereichen die Stimmung aufzuhellen. Services von Apple hätten neue Rekorde in verschiedenen Kategorien verzeichnet, darunter der App Store, Apple Music, Cloud Services, Apple Pay und die Anzeigen im App Store. Die App-Store-Umsätze im Rahmen des Weihnachtsgeschäfts seien sehr gut gewesen und die Feiertagswoche habe ein „Rekordjahr 2018“ gekrönt. Während der Weihnachtszeit 2018 hätten Kunden in Apples Softwareladen insgesamt mehr als 1,22 Milliarden US-Dollar ausgegeben – mehr als je zuvor in diesem Zeitraum.

Apples Smartphone ist das wichtigste Produkt des Unternehmens und brachte zuletzt rund 60 Prozent der Erlöse ein. Es mehren sich jedoch Berichte über Produktionskürzungen und Apple hatte noch 2018 angekündigt, vom Weihnachtsquartal an für iPhones keine Absatzzahlen mehr zu veröffentlichen.

Da kommen die anlässlich der CES-Messe in Las Vegas vermeldeten Kooperationsvereinbarungen mit Smart-TV-Herstellern gerade rechtzeitig: LG, Samsung, Sony und Vizio wollen iTunes und die Streaming-Technik AirPlay 2 in ihre Geräte einbauen. Das dürfte der Service-Sparte von Apple weiteren Auftrieb geben.

Mit iTunes können Smart-TVs Filme aus Apples Store ohne Umwege über die Multimediabox „Apple TV“ laden. Viele der Filme liegen in 4K-Auflösung vor, was für Smart-TV-Hersteller attraktiv sein dürfte. Die Wiedergabe und die Lautstärke lassen sich über iPhones und iPads steuern.

Mit AirPlay 2 kann man von iOS-Geräten und Macs Videos aus dem Heimnetz an geeignete Smart-TVs streamen. Eine Liste von knapp 20 Modellserien, die AirPlay 2 bekommen, hat Apple auf seiner Webseite veröffentlicht (siehe ct.de/y1gp).

Vizio, LG und Sony wollen auch Apples Smart-Home-Spezifikation HomeKit implementieren. Damit soll man Fernseher mit dem iPhone unter anderem ein- und ausschalten und mit der Sprachassistentin Siri steuern können. (dz@ct.de)

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