c't 4/2019
S. 49
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Open-Source-Lizenzen

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Drei Open-Source-Anbieter hadern mit Open Source

Die Unternehmen hinter MongoDB, Redis und Confluent kämpfen mit Open-Source-Lizenzmodellen. Die drei Anbieter haben ihre Lizenzen modifiziert, was in der Open-Source-Community auf wenig Gegenliebe stieß.

Die dokumentenorientierte NoSQL-Datenbank MongoDB Community Server fliegt aus den Linux-Distributionen Debian, Fedora und Red Hat Enterprise Linux (RHEL) raus. Das ist eine Folge des im Oktober verkündeten Wechsels auf die Server Side Public License (SSPL), die der Hersteller als Open-Source-Lizenz einstuft, obwohl sie das wohl nicht ist.

Die von MongoDB, Inc. eigens geschaffene Lizenz ist eng an die Affero General Public License (AGPL) angelehnt, die der MongoDB Community Server bislang genutzt hat. Letztere legt fest, dass man den Quellcode einer Software veröffentlichen muss, wenn man damit einen Dienst in einem öffentlichen Netzwerk betreibt, etwa einen Webservice. Bei der SSPL müssen Nutzer aber auch alle dabei involvierte Software unter der Lizenz offen legen; der Lizenztext nennt explizit unter anderem Software für das System-Management, User-Interfaces, das Storage-Backend oder Backups. Dieser Aspekt schmeckte dem Open Source Institute (OSI) nicht, das neben der „Open Source Definition“ auch eine allseits respektierte Liste mit Open-Source-Lizenzen pflegt. Auf dieser wollte MongoDB, Inc. auch die SSPL sehen, doch die stieß bei der Prüfung schnell auf Ablehnung.

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