c't 4/2019
S. 47
News
Brasilien

Die Trump-Methode

Brasiliens Präsident setzt auf Social-Media-Kampagnen

Die Macher des Fake-News-Wahlkampfs sollen die konfusen Verlautbarungen Bolsonaros in sozialen Netzwerken verbreiten.

Bild: Ian Cheibub/dpa

Seit dem 1. Januar ist der rechtsextreme Jair Bolsonaro neuer Präsident Brasiliens. Im Wahlkampf hatte er auf WhatsApp in illegalen Kampagnen gegen seine politischen Gegner gehetzt. Weil über 80 Prozent der wahlberechtigten Brasilianer den Dienst nutzen und WhatsApp für viele das einzige Informationsmedium darstellt, hatte die Fake-News-Kampagne durchschlagenden Erfolg (siehe c’t 24/2018, S. 16).

Klagen gegen vier in die illegalen Kampagnen involvierte PR-Unternehmen verliefen jedoch im Sande. „Das Wahlgericht hat Bolsonaros umstrittene Kampagne und den Massenversand von Fake-News über WhatsApp akzeptiert, ohne den Anzeigen nachzugehen“, sagt Sergio Amadeu, Soziologieprofessor in São Paulo und Digitalisierungsspezialist. Amadeu unterstützte eine Anfrage der oppositionellen Arbeiterpartei PT. Sie wollten den unrechtmäßigen Einsatz der Fake-News-Kampagnen mittels Metadaten von WhatsApp untersuchen. Dessen Mutterkonzern Facebook lehnte jedoch jedwede Verantwortung ab und verweigerte die Herausgabe der für die Untersuchung notwendigen Daten.

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