c't 4/2019
S. 27
News
Apple

Sensorarmband rüstet Apple Watch auf

Das Armband von Aura Devices rüstet ältere Apple Watches mit zusätzlichem Sensor auf.

Aura Devices plant, Apple-Watch-Modelle ab Series 1 mit zusätzlichen Sensoren aufzurüsten; diese integriert die Firma in speziellen Armbändern. Erste Armbandentwürfe demonstrierte Aura auf der CES in Las Vegas. Sie enthalten laut Hersteller Vier-Punkt-Elektroden und sollen mittels Impedanzmessungen beim Sport oder der Gewichtsabnahme unterstützen.

Zur Messwertaufnahme muss man die Elektroden fünf Sekunden lang berühren. Dann liefert das Armband unter anderem Messwerte zu Fettanteil, Muskelmasse und Körperflüssigkeit (Hydration). Auch könne das Band ähnlich wie die Apple Watch Series 4 mit ihrem 1-Kanal-EKG Anzeichen für Vorhofflimmern erkennen und dann dazu raten, einen Kardiologen aufzusuchen.

Die Daten werden per Funk an eine Apple-Watch-Anwendung übermittelt, in der man sie einsehen kann. Über Apples HealthKit-Protokoll gelangen sie auch aufs iPhone und in die dortige Gesundheits-App. Das Armband soll in der zweiten Jahreshälfte für rund 90 US-Dollar in den Handel kommen. (dz@ct.de)

iPhone steuert Turnschuhmotor

Der Sportartikelkonzern Nike kündigte auf der CES Messe in Las Vegas unter der Bezeichnung „Adapt BB“ Basketball-Sneaker ohne Schnürsenkel und Klettverschlüsse an – stattdessen ziehen sie sich nach dem Hineinschlüpfen mittels eingebauten Motoren zusammen, um dem Fuß Halt zu geben. Mittels einer App lässt sich die Schließstärke einstellen.

Weil sich der Fuß während eines Spiels durch zunehmende Durchblutung vergrößert, denkt Nike auch an Schließkonfigurationen für verschiedene Phasen eines Spiels. Auch Firmware-Updates seien denkbar. Ohne iPhone schließen die Demo-Schuhe automatisch bis zu einem voreingestellten Punkt. Die Schließe lässt sich mit einem seitlich in der Sohle eingearbeiteten Knopf öffnen.

Der Adapt BB soll Mitte Februar für 350 US-Dollar in den Handel kommen. Nike will Schuhgrößen ab 8 bis 15,5 für Männer und bis 14 für Frauen anbieten. Angaben zu Euro-Preisen liegen noch nicht vor. (dz@ct.de)

Apple versetzt hunderte Mitarbeiter

Apples iCar auf neuem Kurs: Bisher hat das Team rund 70 Versuchsfahrzeuge auf kalifornischen Straßen bewegt. Als Test-Basis dient unter anderem ein SUV-Modell von Lexus.

Mitte Januar hat Apple mehr als 200 Mitarbeiter vom Project Titan abgezogen und anderen Abteilungen zugeordnet. Das „Autonomous Car Team“ bleibt aber bestehen. Ein Sprecher des Konzerns bekräftigte, man habe ein „unglaublich talentiertes Team“, das sich um autonome Systeme „und damit verbundene Technologien“ kümmere.

Der Börsensender CNBC spricht auch von Entlassungen. Diese hat Apple bisher nicht bestätigt. Da sich die Gruppe in diesem Jahr „auf bestimmte zentrale Bereiche“ konzentriere, habe man einige Mitarbeiter zu anderen Projekten verschoben, darunter in den Bereich maschinelles Lernen.

Das klingt plausibel, weil Apple Konzepte und Algorithmen des maschinellen Lernens für autonomes Fahren zumindest eine Zeit lang entwickelt hat. Dabei geht es unter anderem um die Objekterkennung mittels bildgebender Verfahren und per Lidar (light detection and ranging, Laser-gestützte Abstands- und Geschwindigkeitsmessung).

Als Ausgangspunkt der Umstrukturierung kann man die Abwerbung des hochrangigen Managers Doug Field vom Elektroautobauer Tesla sehen. Field, der zuvor schon bei Apple an der Entwicklung des Macs beteiligt war, wechselte im August 2018 zurück zu Apple und gilt seither zusammen mit Bob Mansfield als Leiter der Abteilung „Autonomous Car“.

Die Umstrukturierungen sollen Teil der Strategie des neuen Führungsteams sein und seien nicht überraschend gekommen, meint CNBC. Ein Apple-Sprecher sagte weiter, der Konzern glaube anhaltend an die „riesige Chance“, die autonome Systeme böten und das Apple „einzigartige Fähigkeiten“ habe, in diesem Bereich seinen Beitrag zu leisten. „Das ist das Projekt für maschinelles Lernen mit den größten Ambitionen aller Zeiten.“

Das „Project Titan“ läuft seit 2014. Um dessen Ziele ranken sich freilich mehr Gerüchte als Fakten. Lange Zeit ging man davon aus, dass Apple autonome Fahrzeuge entwickelt. Inzwischen deuten Anzeichen auf Software für autonomes Fahren hin. Rund 70 Versuchsfahrzeuge von Apple haben Zulassungen für öffentliche Straßen in Kalifornien erhalten. (dz@ct.de)

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