c't 4/2019
S. 26
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Facebook unterstützt KI-Forschung in München

Das neue Institut für Ethik in künstlicher Intelligenz an der Technischen Universität soll Fairness, Transparenz und Sicherheit von KI untersuchen.

Facebook will das öffentliche Vertrauen wiedergewinnen. Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hat bei ihrem Auftritt auf der Konferenz DLD beteuert, dass das Unternehmen aus den Datenskandalen gelernt habe. Bild: Lino Mirgeler/dpa

Die Technische Universität München gründet ein neues „Institute for Ethics in Artificial Intelligence“. Dazu erhält sie von Facebook über fünf Jahre eine Förderung von 6,5 Millionen Euro. Die Unterstützung sei an keinerlei Bedingungen geknüpft, betonen Facebook und die Universität.

Die wachsende Verbreitung von Machine Learning wirft immer mehr – auch ethische – Fragen auf. So können Vorurteile von Entwicklern und unausgewogene oder fehlerhafte Trainingsdaten bei lernenden Verfahren dazu führen, dass Algorithmen Menschen diskriminieren. Ein Bilderkennungssystem von Google etwa klassifizierte dunkelhäutige Menschen als Gorillas; Amazon musste ein System zur Bewertung von Job-Bewerbern wieder abschalten, nachdem bekannt wurde, dass es Frauen systematisch schlechter beurteilte als Männer.

Facebook steht bei der Diskussion um ethische KI ebenfalls in der Kritik. Seine Algorithmen, die für die Zuordnung von Inhalten in die Timelines der Nutzer zuständig sind, sollen Filterblaseneffekte hervorrufen: Sie sollen bevorzugt Inhalte anzeigen, die die Weltsicht der Nutzer verstärken. Facebook nutzt außerdem künstliche Intelligenz (KI), um Inhalte mit Hassrede oder Terrorpropaganda zu finden und zu löschen.

Aus einer umfassenden Initiative für ein Forschungsinstitut für KI in Berlin wird dagegen erst einmal nichts. So hatte es seit dem Sommer Gespräche zwischen der Telekom, SAP, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Google gegeben. Die Beteiligten haben die Gespräche aber abgebrochen, weil sie sich nicht einigen konnten, wie schnell das Vorhaben umgesetzt werden sollte. (jo@ct.de)

EU-Urheberrechtsreform wackelt

Clevere Lobbyarbeit: Google hat nicht ganz uneigennützig prominente YouTuber dazu animiert, sich gegen Artikel 13 der geplanten Urheberrechtsrichtlinie auszusprechen.

Die Urheberrechtsreform der EU ist Mitte Januar zumindest ins Stocken geraten. In den sogenannten Trilogverhandlungen konnte sich der Ministerrat nicht auf eine gemeinsame Position einigen. Elf EU-Länder haben sich deshalb gegen den jüngsten Kompromissvorschlag ausgesprochen. Stein des Anstoßes waren die Artikel 11 und 13 des Richtlinienentwurfs, in denen es um ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger im Internet sowie die umstrittenen Upload-Filter geht.

Eigentlich hatten die beteiligten EU-Gremien geplant, am 21. Januar einen Deal präsentieren zu können, damit die Richtlinie noch vor der Europawahl am 26. Mai verabschiedet werden kann. Dieser Zieltermin dürfte nun kaum noch zu halten sein. (hob@ct.de)

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