c't 5/2019
S. 114
Test
Foto-Entwickler
Aufmacherbild

Zum besseren Bild

Acht nichtdestruktive Foto-Entwickler für schnellen Workflow

Foto-Entwickler wie Lightroom und Capture One wenden sich an Profis und Hobbyisten, die tief in die Materie einsteigen wollen. Für Gelegenheitsnutzer gibt es interessante und intuitiv bedienbare Alternativen. Einige sind kostenlos und laufen unter Windows, macOS und Linux.

Professionelle Fotografen bearbeiten jedes einzelne Bild minutiös bis ins Detail. Gelegenheitsknipser teilen ihre Fotos oft unbearbeitet auf sozialen Medien. Dazwischen gibt es ein breites Betätigungsfeld für begeisterte Hobbyfotografen. Denn schaut man mit kritischem Blick auf ein Foto, gibt es viel zu korrigieren: Hier ist der Himmel zu hell, dort der Schatten zu dunkel, mal das Rauschen zu stark, der Horizont schief oder der Kontrast zu flau.

Korrektur ist aber nicht alles: Digitalkameras produzieren zwar technisch immer bessere, aus kreativer Sicht aber leblose Fotos. Im vorigen Jahrhundert entschied die Filmauswahl über die Farbgebung. Die Packungen der Farbfilme von Fujifilm waren grün und die von Kodak gelbrot, weil das in etwa dem Look der damit produzierten Fotos entsprach. Die Farbgebung ließ sich mit Labortechniken wie Cross-Entwicklung und Bleach-Bypass auf die Spitze treiben. Im Digitalzeitalter braucht man keine Dunkelkammer mehr, um solche Effekte zu erzielen. Viele Raw-Entwickler bringen außer Korrekturfunktionen auch Effektfilter mit, die der klassischen Fotografie verpflichtet bleiben.

Lightroom gibt es in zwei Varianten. Außer dem Desktopklassiker hat Adobe ein Cloud-gestütztes Lightroom CC im Programm, das die Bibliothek online speichert und auch auf Mobilgeräten läuft.

Die acht Programme im Test machen aus Kamerarohdaten fertig entwickelte Fotos, verleihen aber auch JPEG-Dateien den letzten Schliff. Sie wenden ein Set aus Einstellungen auf die Datei an, ohne die Pixel in der Raw-Datei selbst zu verändern. Dabei wechselt man von Bild zu Bild, bewegt die gewünschten Regler oder wendet Vorlagen an und exportiert erst am Ende alle Fotos in einem Rutsch. Ob Raw oder JPEG – der Charme eines Foto-Entwicklers besteht verglichen mit Photoshop oder Gimp im schnellen Workflow, mit dem in Kürze eine Vielzahl Fotos bearbeitet ist.

Für Profis und Einsteiger

Im Test finden sich die Profiprogramme Lightroom CC beziehungsweise dessen Vorgänger Lightroom Classic CC von Adobe und Capture One Pro 12 vom dänischen Kamerahersteller Phase One. Verschiedene Hersteller haben ihre Programme anhand der Vorbilder zu vollständigen Raw-Entwicklern ausgebaut. Dazu gehören ACDSee Photo Studio Ultimate 2019, Alien Skin Exposure X4, DxO PhotoLab 2 und ON1 Photo Raw 2019. Alle bisher genannten Kandidaten stehen sowohl für Windows als auch für macOS zur Verfügung. ACDSee geht einen Sonderweg und entwickelt parallel das funktionseingeschränkte ACDSee Photo Studio für Mac 5. Die kostenlos erhältlichen Open-Source-Programme darktable 2.6 und RawTherapee 5.5 laufen unter Windows, macOS und Linux.

Kommentare lesen (6 Beiträge)