c't 5/2019
S. 86
Kurztest
Kanban-Board

Online-Pinnwand

Kanban-Boards sind ein beliebtes Werkzeug, um die Arbeit von kleinen und mittleren Teams zu organisieren. Mit Wekan kann man ein solches Board selbst betreiben.

Aufmacherbild

Klassische Kanban-Boards bestehen aus einer Wand, an der man Notizzettel mit Klebestreifen befestigt. Je nach Projekt gruppiert man diese in Spalten wie „in Bearbeitung“, „dringend“ oder „erledigt“. Arbeitet das Team nicht ständig im gleichen Raum, gibt es digitale Kanban-Boards, die das Grundprinzip der Klebezettel nachbilden und um nützliche Funktionen erweitern: Benachrichtigungen per Mail, Ablaufdaten und Kommentarfunktionen. Der Markt für solche Cloud-basierten Angebote ist groß.

Wer die Geheimnisse des Projekts nicht einem Cloud-Anbieter anvertrauen und pro Benutzer bezahlen möchte, kann auf das Open-Source-Programm Wekan setzen. Die Webanwendung ist auf dem eigenen Linux-Server schnell installiert oder noch bequemer als Docker-Container gestartet und bietet viele Funktionen, die man anderswo nur in teuren Paketen bekommt. Benutzer können private Boards anlegen, Boards mit anderen teilen, Verantwortliche hinzufügen und Anhänge an Aufgaben anhängen.

Für jede Aufgabe kann man Teilaufgaben in Form eines weiteren Kanban-Boards erzeugen. Wer mit Start-, End- und Fälligkeitsdaten arbeitet, kann in eine Kalenderansicht umschalten und Wekan für die Terminplanung im Team nutzen. Bisher noch nicht implementiert, aber in Planung, ist eine Anbindung an andere Kalendersysteme oder ein Export als CSV-Datei.

Admins können ein Plug-in nachrüsten und einen LDAP-Server mit Wekan verbinden, um die Benutzeranmeldung zu übernehmen. Auch eine Anbindung an andere Anwendungen über OAuth2 ist möglich. Nutzt man das Board mit mehreren Kollegen, sollte man einen Mailserver angeben, damit Wekan sich per E-Mail melden kann.

Die Oberfläche auf einem großen Bildschirm ist größtenteils selbsterklärend, übersichtlich und auch auf Deutsch übersetzt. Verschiebt ein anderer Benutzer ein Kärtchen, wird die Änderung ohne Reload in Sekunden bei allen anderen übernommen. Etwas fummelig ist die Arbeit auf mobilen Geräten – die Wekan-Entwickler haben die nötigen Optimierungen der Oberfläche schon als Aufgabe auf dem eigenen Kanban-Board.

Wekan ist vor allem interessant für Teams, die in die Arbeit mit Kanban-Boards einsteigen und Wert darauf legen, Kontrolle über die Daten zu behalten. Wer von einer kommerziellen Lösung wie Trello wechselt, wird sicherlich an der einen oder anderen Stelle ein liebgewonnenes Feature vermissen. (jam@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Wekan Open-Source Kanban

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