c't 5/2019
S. 62
News
E-Sport
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Bild: FC Schalke 04 e.V.

Lukrative Hassliebe

E-Sport und Fußballvereine suchen kommerzielle Synergien

Die Bundesregierung hat die Gleichstellung des E-Sports versprochen, doch die Sportverbände treten auf die Bremse. Gleichzeitig steigen Fußballbundesligisten in das Millionengeschäft mit den Konsolensportlern ein.

Der Deutsche Olympische Sportbund erkennt die Bedeutung von E-Gaming als Teil einer modernen Jugend- und Alltagskultur an, nicht jedoch als eigenständige sportliche Aktivität.“ Mit dieser Positionierung hat der Deutsche Olympische Sportbund Ende 2018 den olympischen Träumen des organisierten E-Sports eine Absage erteilt: E-Sport-Vereine haben kurzfristig keine Chancen, in Deutschland den Status der Gemeinnützigkeit mit der gleichen Leichtigkeit zu erlangen wie ein Fußball- oder Schwimmverein.

Die Hoffnungen, als quasi normale Sportart anerkannt zu werden, waren in der E-Sport-Branche groß – gerade dank des politischen Rückenwindes, den sie zuvor erfahren hatte. Mit ihrem Auftritt bei der Eröffnung der Gamescom 2017 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine politische Trendwende eingeleitet. Statt insbesondere vor „Killerspielen“ zu warnen, erkennen führende Politiker Spiele nun als aufstrebenden Wirtschaftszweig und wertvollen Teil der Jugendkultur an. Im Koalitionsvertrag steht dies sogar als explizites Versprechen: „Wir […] werden E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen“, heißt es in dem Dokument von SPD und CDU.

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