c't 5/2019
S. 61
News
Digitale Filmsammlungen

Digitaler Filmdienst UltraViolet macht dicht

Diverse Blu-ray-Filme bringen Gutscheine für digitale Kopien auf UltraViolet mit. Ende Juli wird der Dienst nun eingestellt.

Um digitale Filme von UltraViolet zu behalten, müssen Kunden ihre Sammlung zu Flixter umziehen.

Wer bislang Filme oder TV-Serien auf Blu-ray Discs oder UHD kaufte, fand mitunter Gutscheine mit Download-Codes für UltraViolet in der Verpackung. Mit diesen Codes konnte man eine digitale Filmkopie der Blu-ray auf dem Smartphone, Tablet oder im Browser streamen. Alternativ lässt sich eine DRM-geschützte Kopie in eine Player-App laden, ohne den Kopierschutz der Disc knacken zu müssen.

Am 31. Juli 2019 schließt UltraViolet seine Pforten. Digitale Kopien der Filme stehen dort dann nicht mehr zur Verfügung. Höchste Zeit, die eigene Blu-ray-Sammlung nach Codes zu durchforsten.

Doch was passiert mit einer DRM-geschützten Filmsammlung, wenn der Anbieter dicht macht? Im Fall von UltraViolet könnte man die Filme auf Festplatte laden und im UltraViolet-Player offline ansehen. Das geht solange gut, bis die Festplatte abraucht oder die nicht mehr aktualisierte Player-App nicht mehr startet.

Praktischer ist da schon die Möglichkeit, seine UltraViolet-Sammlung auf einen anderen Anbieter zu übertragen. In Deutschland klappt das am besten bei Flixter. Der von Warner betriebene Service erlaubt es, weiterhin sämtliche UV-Filme per Flixter zu streamen und herunterzuladen. Die dazu nötige Verknüpfung der Nutzerkonten sollte man unbedingt bis zum 31. Juli auf www.myuv.com/retailers einrichten.

Flixter ist hierzulande der einzige Anbieter, der das volle UltraViolet-Angebot übernimmt und dessen Code-Einlösungen weiterhin akzeptiert. Das muss in Zukunft jedoch nicht so bleiben. In den Geschäftsbedingungen stellt der Mutterkonzern Warner klar, dass Filme und Serien anderer Studios irgendwann einmal nicht mehr oder nur noch gegen eine Gebühr per Flixter abgerufen werden könnten. Man würde Kunden jedoch rechtzeitig darauf hinweisen und Gelegenheit geben, wegfallende Titel herunterzuladen.

Doch wie auch immer ein solcher Übergang aussieht: Das Vertrauen von Filmfans in digitale Sammlungen nimmt dadurch schweren Schaden. (hag@ct.de)

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