c't 5/2019
S. 51
News
Neurorobotik

Exoskelett bewegt die Hand

Mit einem neu entwickelten Hand-Exoskelett kann ein Mensch mit Lähmungen wieder greifen.

Das leichte Exoskelett steuert jeden Finger der Hand einzeln. Bild: Uni Stuttgart

Die Konstruktion erlaubt es, die gelähmte Hand zu spreizen oder einzelne Finger zu bewegen. Das neue Hand-Exoskelett der Universität Stuttgart besteht aus einer zentralen Montageeinheit und beweglichen Fingermodulen. Motor und Elektronik wiegen etwa 400 Gramm, das gesamte Exoskelett etwas weniger als ein Pfund. Patienten mit einer gesunden Hand können die Apparatur selbstständig anlegen.

Das am Unterarm befestigte Gerät ist mit Elektromyografie-(EMG-)Sensoren ausgestattet. Diese Elektroden messen selbst schwache Muskelaktivitäten am Unterarm, deren Signale dann die Motoren des Exoskeletts steuern; ein Verfahren, das aber bei vielen Varianten der Lähmung nicht anwendbar ist. Für die Zukunft planen Projektpartner der Uniklinik Tübingen, die Handfunktionen direkt mit Hirnströmen steuern zu lassen, beispielsweise in Verbindung mit Augenbewegungen.

Eine zusätzliche Funktion soll in Zukunft mit verschiedenen Greiftechniken auf unterschiedliche Alltagsobjekte eingehen und damit das Greifen sicherer machen. Mit einer kamerabasierten 3D-Objekterkennung versuchen Wissenschaftler der Hochschule Reutlingen, Gegenstände schon früh zu identifizieren und einzuschätzen, um dann den dafür passenden Griffmodus voreinzustellen. (agr@ct.de)

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