c't 5/2019
S. 50
News
Apple

US-Politiker werfen Apple mangelnde Transparenz vor

Die FaceTime-Lücke zeige, wie iPhones zur „Spionage-Maschine“ werden können, kritisieren zwei US-Abgeordnete.

Die Staatsanwaltschaft von New York ermittelt: Apple rutschte bei den Qualitätskontrollen ein schwerwiegender Bug in der VoIP-Anwendung FaceTime durch.

Apples Handhabung eines schweren Fehlers im VoIP-Dienst FaceTime stößt auf scharfe Kritik. Die Schwachstelle belege, dass „diese Geräte die ultimativen Spionage-Maschinen werden können.“ Das meinen der Vorsitzende des amerikanischen Energie- und Wirtschaftsausschusses, Frank Pallone, und die für Fragen des Verbraucherschutzes zuständige Abgeordnete Jan Schakowsky.

Angreifer, die ihr eigenes Konto einem FaceTime-Gruppenchat selbst hinzufügten, konnten anschließend Mikrofone von iPhones, iPads und auch Macs ohne Wissen der Nutzer aus der Ferne aktivieren.

Die beiden Abgeordneten bemängeln, dass Apple bislang den hohen Grad an Transparenz vermissen lässt, den eine derart gravierende Sicherheitslücke erfordert. Der Konzern müsse öffentlich schildern, welche Schritte er unternommen hat, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen.

In einem Fragenkatalog an Apple-Chef Tim Cook fordern die Politiker Antworten darauf, wann der Konzern von der Schwachstelle erfahren hat und ob es ähnliche, bislang unter Verschluss gehaltene Bugs gebe. Vor allem soll aber geklärt werden, ob Apple schon von der Schwachstelle wusste, bevor das Unternehmen kontaktiert wurde – der 14-jährige Sohn einer Familie hatte die Lücke am 19. Januar bemerkt und versucht, umgehend zu melden. Öffentlich reagierte Apple aber erst Ende Januar und schaltete die Gruppenfunktion serverseitig vorübergehend ab.

Die FaceTime-Gruppenfunktion hat die Firma mit iOS 12.1 im Oktober 2018 eingeführt. Die Politiker wollen nun wissen, welche Prüfungen die Funktion vor der Freigabe durchlaufen hat und warum die Schwachstelle nicht aufgefallen war. Außerdem soll Tim Cook beantworten, ob Apple plant, betroffene Nutzer über die Verletzung ihrer Privatsphäre zu informieren und diese zu entschädigen. Mittlerweile klagt ein Anwalt gegen Apple, der befürchtet, dass Dritte seine geheimen Gespräche belauscht haben. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt. (dz@ct.de)

Ethernet und Strom für iPhone und iPad

Lightning-Buchse durchgeführt: der Ethernet-Adapter von Belkin

Zubehörspezialist Belkin hat einen Ethernet-Adapter mit Lightning-Anschluss für Apples Smartphones und Tablets angekündigt. Er eignet sich beispielsweise für Kassensysteme, die auf iOS-Geräten gründen. iOS-Versionen ab 10.3.3 binden den Adapter automatisch ein.

Die Lightning-Buchse ist durchgeführt, sodass sich das iOS-Gerät während des Ethernet-Betriebs laden lässt. Das geht auch via Power-over-Ethernet (PoE). Der Adapter gibt laut Belkin bis zu zwölf Watt ab, kann so also auch ein iPad vollladen. Der maximale Durchsatz beträgt laut Belkin 480 MBit/s, was die Obergrenze des auf USB 2 basierenden Lightning-Anschlusses darstellt. In der Praxis dürfte wegen des USB-Overheads deutlich weniger herauskommen.

Der Ethernet- und Stromadapter mit Lightning-Connector kostet 100 Euro und soll ab Anfang Februar in Apples Ladengeschäften erhältlich sein. (dz@ct.de)

MacBook-Tastatur aus Glas

In einem frisch veröffentlichten Patentantrag an das US-Patent- und Markenamt (USPTO) beschreibt Apple, wie eine Glasplatte eine Tastatur ersetzen könnte. Dabei handelt es sich nicht um einen flachen Touchscreen. Stattdessen sind die Bereiche, in denen virtuelle Tasten sitzen, erhaben. Auf erkannte Eingaben soll die Tastatur per Vibration antworten und so ein taktiles Feedback liefern.

Ein ähnliches Konzept setzt Apple seit Jahren in MacBooks um; diese simulieren Tastendrücke auf das Trackpad mit einem Vibrationsmotor (Taptic Engine). Abgesehen vom Einsparen an mechanischen Verschleißteilen hätte eine virtuelle Tastatur auch den Vorteil, dass sie sich an verschiedene Landessprachen allein per Software anpassen ließe. (dz@ct.de)

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