c't 5/2019
S. 38
Hintergrund
Digitale Identität: Sicherheit der Dienste
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Selbstbedienungsläden

So erkennen Sie, welche Online-Dienste mit Ihren Daten schludern

Die Doxing-Angriffe auf Politiker und Milliarden geleakter Zugangsdaten machen deutlich, dass wir mehr für den Schutz der persönlichen Daten tun müssen. Doch da beginnt schon das Problem. Denn eigentlich sind nicht „wir Anwender“ das Problem, sondern die Betreiber von Diensten.

Die meisten Kommentare und Ratschläge zum Thema Identitätsklau legen nahe, dass jetzt die Anwender handeln müssen. Die sollten vor allem bessere Passwörter verwenden, ist die einhellige Meinung. Dabei geht das am eigentlichen Problem vorbei. Die Anwender können höchstens unmittelbar drohenden Schaden noch einschränken. An dem grundsätzlichen Problem, dass in großem Stil persönliche Daten geklaut und dann missbraucht werden, können sie fast gar nichts ändern.

Denn die Verantwortung dafür – und damit auch die Verpflichtung, jetzt etwas zu unternehmen – liegt vor allem bei den Anbietern von Internet-Diensten. Von den über zwei Milliarden Zugangsdaten bestehend aus E-Mail-Adresse und Passwort, die aktuell im Darknet gehandelt werden, ist nicht ein einziger geklaut worden, weil deren Besitzer geschlampt hätte. Die kamen abhanden, weil die Dienste-Anbieter, denen die Daten anvertraut wurden, nicht gut genug darauf aufgepasst hatten.

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