c't 9/2019
S. 152
Praxis
Textbearbeitung mit LaTeX
Aufmacherbild
Bild: Rudolf A. Blaha

In Form gegossen

Anspruchsvolle Texte mit LaTeX schreiben und gestalten

Bislang ist der Umgang mit TeX und LaTeX vor allem im akademischen Bereich populär. Dabei geht damit jedwede Schreibarbeit bereits nach kurzer Einarbeitung leicht von der Hand und liefert selbst für komplexe Schriftstücke stets das gewünschte Layout.

Dieser Beitrag beschreibt den einfachen Einstieg in die Software. Das Beispiel einer kurzen Hausarbeit verdeutlicht, dass man mit der Software bequem und ohne die üblichen Hindernisse nicht nur Alltagstexte, sondern auch ein Werk mit mehreren Kapiteln, Bildern, Tabellen, mathematischen Formeln, Literaturzitaten und Inhaltsverzeichnis verfassen und druckreif gestalten kann.

In einer typischen Textbearbeitung werden mehrseitige Texte mit wachsendem Umfang immer unüberschaubarer für den Verfasser. Regelmäßig fallen Anpassungen im Inhaltsverzeichnis an, und wenn im Text Verweise auf enthaltene Bilder, Tabellen oder Zitate auftauchen, muss der Verfasser auch diese aktualisieren. Word, LibreOffice Writer und Google Docs unterstützen ihre Anwender dabei nur halbherzig. Zwar versuchen diese Systeme, gemäß dem Konzept WYSIWYG („What You See Is What You Get“), stets das Erscheinungsbild des fertigen Werks auf dem Display vorherzusagen. Doch das gelingt immer nur näherungsweise, denn selbst bei kleinsten Änderungen, etwa an der Größe einer Abbildung, muss die Software jedes Mal viele Layout-Informationen im Dokument anpassen. Nicht selten gehen dabei Formatierungen und Bildpositionen verloren, das Inhaltsverzeichnis mag sich nicht mehr recht aktualisieren oder die Literaturverwaltung macht Zicken. Dann lenkt die permanente Kontrolle über die Form immer mehr vom Wichtigsten ab: vom Inhalt.

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