c't 1/2019
S. 30
News
Netze

Firewall fürs Smart Home

Smart-Home- und IoT-Geräte fallen immer wieder durch gravierende Sicherheitslücken wie fest vorgegebene, nicht änderbare Admin-Konten auf. Aviras WLAN-Router SafeThings versucht, deren Ausnutzung durch Verkehrsanalyse zu blockieren.

Der WLAN-Router Avira SafeThings soll den Gadget-Zoo in Smart Homes vor Missbrauch schützen.

Weil Microsoft den Schutz vor Malware bei Windows immer besser selbst schafft, hat sich die von Antiviren-Tools bekannte Firma Avira ein neues Geschäftsfeld gesucht: Ihr WLAN-Router SafeThings soll Smart-Home-Geräte gegen Angriffe schützen. Dazu zählen nicht nur PCs, Tablets, Smartphones und Smart-TVs, sondern auch Babyphones, Smartwatches oder Thermostate. Eine auf der Suchmaschine Shodan basierende Studie hält allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 4 von 26 Millionen Devices für anfällig, also fast jedes sechste.

Diese Wackelkandidaten soll man mit SafeThings isolieren können. Dazu überwacht der Avira-Router den durchlaufenden Datenverkehr zwischen internem Netz und Internet und tauscht Merkmale mit der „Avira Protection Cloud“ aus. Diese soll mit „KI-Lernmethoden“ typische Angriffsmuster erkennen und dem Router umgehend passende Filterregeln zurückspielen. Damit kann die SafeThings-Flotte dann künftige Angriffe blockieren. Das Verfahren erinnert an den Vorreiter CZ.nic mit seinem WLAN-Router Turris Omnia (c’t 1/2017, S. 45).

Die SafeThings-Hardware enthält einen mit rund 700 MHz getakteten 4-Kern-ARM-Prozessor nebst 1 GByte RAM. Das WLAN arbeitet in beiden Funkbändern (2,4 und 5 GHz) gleichzeitig nach IEEE 802.11ac (Wifi 5) – doch mit wie vielen MIMO-Streams, also wie schnell tatsächlich, verrät der Hersteller nicht.

Der SafeThings-Router lässt sich per Smartphone-App (Android und iOS) steuern. Avira will ihn ab Anfang 2019 direkt und über Amazon vertreiben. Der Preis von 179 Euro enthält ein „lebenslanges“ Abonnement für Protection-Cloud-Updates. (ea@ct.de)

Fritzbox-Telefonie mit iOS

AVM optimiert mit der jüngst erschienenen Telefonie-App FritzApp Fon 4 für iOS die Systemintegration bei iPhones und iPads: Die App nutzt nun die Frameworks CallKit und PushKit, um Anrufe genauso zu signalisieren wie Mobilfunkanrufe. Bisher erschien bei über die Fritzbox eingehenden Anrufen auf dem Display lediglich eine Benachrichtigung, aber das iPhone klingelte nicht. Um den Anruf anzunehmen, musste man erst die App öffnen.

Wenn FritzApp Fon 4 als Telefoniegerät an der Fritzbox laufen soll, müssen der Router mit FritzOS 7 und die Apple-Geräte mit iOS ab Version 10 laufen. Damit ist die App auch in die Anrufhistorie integriert, man soll nun Rückrufe direkt aus der App tätigen können. (ea@ct.de)

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