c't 10/2019
S. 82
Reportage
Frauendarstellung in Videospielen
Aufmacherbild
Bild: Playstation.com

Ladies’ Might

Darstellung weiblicher Spielcharaktere in Videogames

Die Darstellung von Frauen in Videospielen steht regelmäßig im Fokus. Das ist kein Wunder, machen Frauen doch einen stetig wachsenden Teil der Gaming- und Entwickler-Szene aus und erlauben sich viele Spieleentwickler weiterhin regelmäßige Verfehlungen beim Design weiblicher Spielfiguren. Um das Thema zu beleuchten, haben wir uns dafür die Erfahrung und Meinung von drei Frauen eingeholt, die nicht nur privat, sondern auch beruflich Teil der Gaming-Szene sind.

Wenn Frauen in einem Spiel stark sexualisiert werden, mache ich einen Bogen um das Spiel,“ sagt Kiara Hufnagel. Sie ist Spiele-Redakteurin beim Gaming-Magazin Rocket Beans und verbringt auch in ihrer Freizeit viel Zeit mit Gaming. „Eine Kriegerin soll entsprechend ihrer Charakterklasse angezogen sein und einen realistischen Körperbau haben. Es ist schließlich wichtig, den Charakter ernst nehmen zu können.“ Ein für sie negatives Beispiel nennt Kiaras Kollegin Annabell Klindzan, Video-Editorin bei Rocket Beans, die auch oft privat auf Twitch streamt: „Spiele wie Dead or Alive sind ein No-Go für mich.“ Das Spiel aus dem Genre der Fighting-Games ist bekannt dafür, dass die weiblichen Charaktere im Gegensatz zu den männlichen meist in wenig und sichtlich unpraktischer Kleidung zum Kampf antreten. Dazu wird besonderer Fokus auf eine übertriebene Dynamik des Vorbaus der Damen gelegt.

Es sei dahingestellt, ob die Frauendarstellung bei Dead or Alive (DoA) angemessen ist oder nicht. Vielmehr ist der Punkt, dass die Männerdarstellung wesentlich diverser ist und somit nicht der der Frauen gleichgestellt – und äußerlich einer Prügelei wesentlich angemessener. Das DoA-Entwicklerstudio Tecmo will laut eigener Aussage die weiblichen Charaktere in Zukunft weniger sexualisiert darstellen und eine natürlichere Brustbewegung animieren. Das Ergebnis dieser Bemühungen – oder eher dessen Ausbleiben – kann man sich im kürzlich erschienenen Dead or Alive 6 ansehen.

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Beim realistisch aufgemachten Militär-Shooter Tom Clancyës Rainbow Six Siege machen schusssichere Westen, Muckis und dicke Stiefel durchaus Sinn. Sie finden sich, zurecht, auch an den weiblichen Spezialkräften.