c't 10/2019
S. 92
Test
Bluetooth-Kopfhörer
Aufmacherbild

Gummi-Ohrwurm

Kopfhörer mit Klangeinmessung

Die Nura-Phones erstellen vom Zuhörer ein individuelles Klangprofil und versprechen eine „nie zuvor gehörte“ Klangqualität. Wir haben getestet, was dahinter steckt.

Die Nura Phones sind geschlossene Kopfhörer, die sich per Bluetooth oder Kabel (USB, optional auch Klinke oder Lightning) betreiben lassen. Das Besondere ist ein Gummidorn auf jeder Seite, der eine In-Ear-Kapsel leicht ins Ohr drückt. In den ohrumschließenden Muscheln sitzen zusätzliche Vibratoren, die tiefe Bassfrequenzen verstärken.

Vor dem ersten Betrieb muss man sein individuelles Hörprofil erstellen. Das geht nur in Verbindung mit der kostenlosen Nura-App unter iOS oder Android. Dazu spielt der Kopfhörer etwa eine Minute lang Töne vor und misst die „otoakustische Emission“ des Ohres. Diese hängt ab von schwachen Vibrationen, die Hörschnecke und Trommelfell verursachen, sowie von Resonanzen im Ohrkanal. Das Hörprofil wird anschließend in der Cloud des Herstellers und im Kopfhörer gespeichert. Drei Profile lassen sich dort für verschiedene Zuhörer ablegen – wechseln lassen sie sich nur per App. Eine „Neutral-Einstellung“ gaukelt in der App gegenüber dem individuellen Profil einen sehr muffigen Klang vor. Hier übertreibt Nura offensichtlich, um die Vorzüge der Anpassung anzupreisen. Zusätzlich lässt sich die Stärke der Bassvibratoren einstellen. Da ihr Wummern schnell unnatürlich wirkt, beließen wir sie in der neutralen Stellung.

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