c't 10/2019
S. 40
News
Netze

Mesh für die Decke

Professionelle Access Points landen meist unter der Zimmerdecke. Die soll Netgears neuer Orbi Pro Satellit SRC60 jetzt auch erobern.

Nachwuchs in der Orbi-Pro-Familie: Der Mesh-Satellit SRC60 hängt diskret unter der Decke und bezieht Strom per PoE.

In der Orbi-Mesh-Familie ist Nachwuchs angekommen: Hersteller Netgear hat sein Mesh-WLAN-System um einen Satelliten zur Montage an Wänden und Decken erweitert.

Funktechnisch ist der Neuling als Tri-Band-Gerät genauso ausgestattet wie seine älteren Geschwister: Clients im 2,4-GHz-Band werden über 3 × 3-Multiuser-MIMO mit maximal 450 MBit/s Brutto bedient, bei 5 GHz liefert der Satellit bei 2 × 2-MU-MIMO maximal 867 MBit/s aus. Den Backbone, also die Verbindung zwischen den Satelliten und zum Router, baut ein zweites 5-GHz-Interface auf: Auf einem separaten Kanal und über vier Antennen soll der Decken-AP bis zu 1,7 GBit pro Sekunde durchs Netz schaufeln. Maximal fünf Satelliten können an einem Router arbeiten.

Der SRC60 hat zwei Gigabit-Ethernet-Ports, über die sowohl WLAN-lose Geräte ins Netzwerk eingebunden werden können als auch der Satellit per LAN an seinen Router. Dies lohnt sich, da Kabelverbindungen schneller und zuverlässiger sind als ein kabelloser Backbone. Höhere Ethernet-Geschwindigkeiten wie 2,5 und 5 GBit/s (NBaseT) beherrschen die Interfaces zwar nicht, Link-Bündelung (LAG) hat Netgear aber eingebaut, sodass WLAN-Clients über 2 × 1 GBit/s ohne Datenstau mit dem LAN kommunizieren können.

Auch softwaretechnisch gleicht der Neuling seinen Geschwistern: Die Verwaltung erfolgt entweder über das Webinterface des Routers oder über eine Smartphone-App. Der SRC60 soll vollständig mit der Orbi-Pro-Familie kompatibel sein. Normale Orbis hingegen können nicht mit dem Gerät kombiniert werden.

Ein 12-Volt-Netzteil legt Netgear bei. Wie üblich bei dieser Bauform kann der SRC60 aber auch aus der Netzwerkleitung Strom beziehen. Die große Ausstattung verlangt jedoch nach einem PoE+-Injektor oder Switch, der nach IEEE 802.3at bis zu 30 Watt liefert.

Der Orbi Pro Decken-Satellit SRC60 ist ab sofort für 275 Euro erhältlich. (amo@ct.de)

Frisches FritzOS: 7.10

Besitzer der Fritzboxen 7590 und 7580 sowie des Fritz-Repeaters 1750E dürfen sich über die neue FritzOS-Version 7.10 freuen, die interessante Neuerungen mitbringt: Sind alle Fritzboxen und Fritz-Repeater in einem Netz im Mesh-Modus, steuert FritzOS die WLAN-Clients eigenständig zur empfangsstärksten Box beziehungsweise zum empfangsstärksten Repeater.

Außerdem synchronisieren vermeshte Boxen ihre Telefonbücher automatisch. Auch ist der DECT-Taster 400 an allen vermeshten Boxen im Heimnetz nutzbar. Ihm hat der Hersteller zudem den langen Tastendruck als weitere Aktion spendiert.

Rufnummern belästigender Anrufer sperrt man ab sofort direkt am Fritz-Telefon, und erwünschte Gäste können sich das Passwort des Gäste-WLANs als QR-Code vom Display abscannen oder um einen WPS-Handshake bitten.

FritzVPN funktioniert nun auch hinter DS-Lite, sofern die Gegenstelle eine öffentliche IPv4-Adresse hat. Jeder VPN-Tunnel kann individuell benannt werden. Wer möchte, kann auch den gesamten Verkehr durch den Tunnel zur Gegenstelle schicken, sodass der Verkehr erst dort ins „offene Internet“ geleitet wird. Zusätzlich können bestimmte Domain-Namen gezielt über den Tunnel aufgelöst werden.

FritzOS 7.10 kann ab sofort über die interne Auto-Update-Funktion der Geräte installiert werden. Alternativ bietet AVM die Installationsdatei zum Download an. Im Schwerpunkt ab Seite 18 lesen Sie mehr zu AVMs neuer FritzOS-Version. (amo@ct.de)

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