c't 11/2019
S. 134
Hintergrund
Spracherkennung

Sprachversteher

Simultanübersetzer und Dialogsysteme aus deutschen KI-Schmieden

Intelligente Sprachsysteme aus deutschen Forschungsinstituten: Am Karlsruher KIT werden Vorlesungen automatisiert mitgeschrieben und simultan übersetzt. Und am Sächsischen Landtag erzeugt ein Fraunhofer Spracherkenner Untertitel für den Live-Mitschnitt.

Die Simultanübersetzung einer frei gehaltenen Vorlesung – zum Teil mit Ach und Ähm, mit Nebengeräuschen, mit halbfertigen Sätzen und Wiederholungen – das kann ja wohl nicht funktionieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird das trotzdem gemacht. Der Professor vorn spricht frei in sein Mikrofon und die Studenten im Hörsaal, insbesondere die fremdsprachigen Teilnehmer, verfolgen am Notebook im Browser die deutsche Transkription des Gesagten. Mit einem zeitlichen Versatz von 10 bis 15 Sekunden ist auch die Übersetzung ins Englische verfügbar.

Vorlesung in Karlsruhe: Den Redefluss des Vortragenden können die Studenten einen Halbsatz später im Browser-Client verfolgen – und die Übersetzung auch. Bild: KIT / Markus Breig

Im Hintergrund arbeiten dazu drei Module in einem Server-System namens Lecture Translator: zunächst ein Spracherkenner, der mit künstlicher Intelligenz (KI) die gesprochenen Wörter erkennt, dann eine Textstrukturierung, die zusammenhängende Sätze ausmacht und Satzzeichen hinzufügt, sowie schließlich der eigentliche Übersetzer.

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