c't 11/2019
S. 46
News
Netze

Gigabit-WLAN für Firmennetze

Cisco – laut IDC mit 45 Prozent Umsatzanteil 2018 weltweiter Marktführer bei Firmen-WLANs – liefert nun APs für den nächstschnelleren WLAN-Standard aus.

Ciscos Catalyst-9100-Access-Points bringen das nächstschnellere Wi-Fi 6 (IEEE 802.11ax) ins Firmen-WLAN.

Noch ist der nächste WLAN-Standard 11ax alias Wi-Fi 6 nicht ratifiziert, aber jetzt wohl stabil genug für den Firmeneinsatz. Ciscos neue Catalyst-9100-Serie besteht aus drei Access-Points: Das Modell 9115 beschränkt sich auf 4-Stream-WLAN und kommt auf maximal 5,4 GBit/s brutto Summendatenrate (160-MHz-Kanal im 5-GHz-Band, 20 MHz auf 2,4 GHz); die Nettodaten gehen über einen NBase-T-LAN-Port mit 2,5 GBit/s weiter, der Energieversorgung per PoE+ (IEEE 802.3at) erlaubt. Der 9117er funkt im 5-GHz-Band über acht MIMO-Streams und hat einen 5-GBit/s-LAN-Port.

Im Catalyst 9120, der maximal vier Streams nutzt, lässt sich das zweite WLAN-Modul aufs 5-GHz-Band umschalten, was dort zu zweimal 2,6 GBit/s maximaler Bruttorate führt. Ferner steckt ein SDR-Chip für Spektrumanalyse und Wireless Intrusion Protection drin, der optional IoT-Protokolle wie Zigbee oder Thread auf IEEE-802.15.4-Basis spricht. Alle drei Geräte haben zudem ein Bluetooth-Funkmodul (BLE5). Preise nennt Cisco für die typischerweise im Systemgeschäft vertriebenen APs wie üblich nicht.

Wi-Fi 6 kann mit mehr MIMO-Streams (acht statt vier), höherstufiger Modulation (1024QAM statt 256QAM) und breiteren Funkkanälen im 5-GHz-Band (160 statt 80 MHz) die Bruttodatenrate gegenüber dem heute üblichen Wi-Fi 5 hochtreiben. Wichtiger dürften aber die Funktionen OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) und TWT (Target Wake Time) werden.

OFDMA verspricht, im Zusammenspiel mit Multi-User-MIMO (gleichzeitiges Versorgen mehrerer Clients) die Funkzelleneffizienz zu steigern, also das Spektrum besser auszunutzen. Mit TWT sollen sich Access-Points mit Sensoren und Aktoren im Internet-of-Things auf optimale Schlafphasen einigen, was die Akku- beziehungsweise Batteriestandzeit steigert.

In der IDC-Statistik (ct.de/ysf5) folgen auf den Marktführer Cisco: HPE/Aruba (14%), Arris/Ruckus (6,5%), Ubiquiti (6,4%) und Huawei (5,1%). Wi-Fi-6-APs von HPE (c’t 25/2018, S. 30) und Ruckus Wireless (c’t 17/2018, S. 28) sind bereits im Handel.

Huawei war mit dem DN7060 anno 2017 sehr früh dran (ct.de/-3830036) und hat Ende April seiner WLAN-Aufstellung für Wi-Fi 6 die Marke „AirEngine“ verpasst. Ubiquiti hat noch nichts im Portfolio, bringt aber möglicherweise noch dieses Jahr etwas heraus. Engenius kündigte seine EWS357/377 zwar fürs Frühjahr 2019 an (c’t 24/2018, S. 26), aber die Geräte sind zumindest hierzulande noch nicht lieferbar. (ea@ct.de)

Gigabits übers Telefonkabel

Der Micro-DSLAM Keymile MileGate 2042 transportiert über 50 Meter Telefonleitung mindestens 1,5 GBit/s (Down- plus Upstream) aus dem Gebäudekeller in die Kundenwohnung und speist optional Kabel-TV-Signale ein.

Für Fiber-to-the-Building (FTTB) mit bis zu 2 GBit/s pro Teilnehmer in Mehrfamilienhäusern hat Keymile den Micro-DSLAM MileGate 2042 ins Programm genommen. Das passiv gekühlte, per 10-GBit/s-Glasfaser ans Providernetz angebundene Gerät bedient maximal acht Kunden per G.fast (Profile 212a und 106a) und speist optional TV-Signale in die Koax-Hausverteilung ein.

Über 50 Meter Distanz sollen aggregiert 1,7 GBit/s über Telefonleitungen in die Wohnung gehen, was dann auf Down- und Upstream verteilt wird. Lässt man das G.fast-Spektrum bei 40 MHz anfangen, was die Koexistenz mit xDSL bis Supervectoring (VDSL-Profil 35b) in der Hausverkabelung sichert, bleiben 1,5 GBit/s Summendatenrate übrig. Bei 200 Metern sind es noch 900 beziehungsweise 600 MBit/s. (ea@ct.de)

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