c't 12/2019
S. 122
Reportage
Medienkunst
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Medienkunst im analog-digitalen Wechselspiel

Auf dem European Media Art Festival in Osnabrück stellen Medienkünstler die Absurditäten unserer heutigen digitalen Welt heraus. Sie setzen verstärkt aktuelle Techniken von 3D-Scans bis Google Earth ein und stellen sie damit zugleich infrage. Die Arbeiten können auch Nerds und Technikfans zum Nachdenken verleiten.

Medienkünstler und Studierende aus Deutschland und den Nachbarländern treffen sich immer im Frühjahr in Osnabrück zum European Media Art Festival (EMAF). Über die gesamte Altstadt verteilt gibt es Ausstellungen, Performances und zahlreiche Filmvorführungen. Bezog sich Medienkunst einst vor allem auf Videoarbeiten, so nutzen heute die Kunstschaffenden von Mikrocontrollern über 3D-Druck bis hin zu Virtual Reality alle technischen Facetten. Die diesjährige bereits 32. EMAF stand unter dem Titel „Wild, Wild Grammar“. Darin zeigt sich schon die Widersprüchlichkeit der Auseinandersetzung: Wie kann so etwas Strukturiertes und Regelhaftes wie Grammatik wild sein?

Die Auflösung der Frage überlässt die EMAF den Besuchern, aber bietet ihnen zumindest Anhaltspunkte im Programm. Einer davon sind die „orbitalen Irritationen“ des Kölner Medienkünstlers Achim Mohné, der seine Arbeiten im Rahmen eines EMAF-Talks präsentierte.

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