c't 13/2019
S. 146
Hintergrund
Simulated Annealing
Aufmacherbild
Bild: Fujitsu

Schneller kombinieren

Digital Annealer ist kein Quantencomputer

Simulated Annealing ist ein Verfahren, um Daten rasend schnell zu sortieren. Fujitsus Digital Annealer soll ähnlich arbeiten wie ein Quantencomputer, ohne einer zu sein.

Wer Berichte über den von Fujitsu auf der Hannover Messe vorgestellten „Digital Annealer“ gelesen hat, ist um das Wort Quantencomputer kaum herumgekommen. Bereits die Presseankündigung titelt mit „Quantenbeschleunigung“, im übrigen Text wird von quanteninspirierter Technik gesprochen. Doch der Digital Annealer hat nichts mit Quantentechnologien oder Quantencomputern zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine klassische Umsetzung einer parallel rechnenden Hardware für eine spezielle Klasse von mathematischen Problemen – nicht mehr und nicht weniger.

Die eigentliche Technik ist spannend: Ein sogenannter Simulated-Annealing-Algorithmus wird effizient eingesetzt. Dieses Optimierungsverfahren aus den 1980er-Jahren befreit sich über eine kluge Heuristik aus lokalen Minima der zu optimierenden Gütefunktion und findet so mit hoher Wahrscheinlichkeit das globale Minimum. Die mathematische Basis für das Simulated Annealing ist dabei das Ising-Modell, welches Ernst Ising in den 1920er-Jahren für die Berechnung von Magnetismus in Festkörpern einführte (siehe Kasten auf Seite 145).

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