c't 13/2019
S. 130
Test
Notensatz-Software
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Satzzeichen

Vier Notensatzprogramme für Windows und macOS zwischen 190 und 600 Euro

Ob einfache Melodie, simples Klavierstück oder Gitarren-Riffs: Mit Bleistift hält man auf liniertem Papier höchstens eine musikalische Idee fest. Für aufwendige musikalische Entwürfe bieten sich Programme an, die den Notensatz viel komfortabler beherrschen als die Bleistiftlösung – und jeweils unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Sie haben einen überzeugenden Leistungsstand erreicht: Seit dem letzten c’t-Test der Top-Notensatzprogramme [1] wurden bei Dorico, Finale, Forte und Sibelius etliche Details verfeinert; außerdem haben die Programmierer die Stabilität gesteigert und manche Verbesserungen unter der Haube ausgebaut. Steinberg hat Dorico, 2016 erstmals herausgekommen, nun voll ausgestattet; in der Version 2 steht das Programm – wie Finale 26 oder Sibelius Ultimate 2019 – für ein ausgereiftes Satzsystem. Am unteren Ende der Preisskala hat Forte manche nervige Eigenart abgelegt; Version 10 versucht sich einmal mehr am Musik-OCR-Thema.

Dorico, Forte und Sibelius folgen dem Prinzip, möglichst übersichtlich nur die Parameter anzuzeigen, die im Moment gebraucht werden. Bei Finale hingegen muss man erst einmal viele Funktionen kennenlernen, die man per Icon und Menüeintrag oder Tastaturkürzel erreicht. In allen Fällen gestaltet sich die Suche nach dem besten Einstieg in den Umgang mit dem Programm ähnlich. In der Regel wird man mit der Eingabe der Notenhöhen und -dauern beginnen. Dafür bieten alle hier besprochenen Programme mehrere Verfahren, darunter Einklicken mit der Maus, Einspielen mit dem MIDI-Keyboard (Klaviatur) und Einlesen (Importieren) über das MusicXML-Format. Daneben gibt es noch die Eingabe der Tonnamen per PC-Tastatur und vereinzelt Exotisches wie das Einsingen über Mikrofon. Bei Vielschreibern dürfte eine Kombination von Klaviatur und Tastatur die beliebteste Form der Eingabe sein – mit einer Hand auf der MIDI-Klaviatur für die Tonhöhen, mit der anderen auf der Computertastatur für die Länge der Noten. Nur bei einfachen Stücken gelingt beides synchron in Echtzeit.

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