c't 13/2019
S. 53
News
Firefox, Chrome, Web-Standards

Firefox 67: Mehr Tempo, weniger Tracking

Firefox 67 kann Fingerprinting und Cryptomining blockieren.

Mozilla hat seinen Browser Firefox nach eigenen Angaben „so schnell wie noch nie“ gemacht. Firefox führe nun wichtige Skripts zuerst aus und nutze Leerlaufzeiten besser, so der Hersteller. Wenn der freie Speicher unter 400 MByte sinkt, beginne Firefox, ungenutzte Tabs einzufrieren. Sie verschwinden deshalb aber nicht: Ein Klick darauf reaktiviert sie und triggert ein erneutes Laden der Seite.

Firefox 67 aktiviert für einige Nutzer und Konfigurationen mit Windows 10 und Nvidia-Grafik die neue 2D-Rendering-Engine WebRender. Sie soll für ein schnelleres Rendering von Web-Apps sorgen, indem sie Prozesse auf den Grafikprozessor (GPU) auslagert.

Der Browser gibt seinen Nutzern Hilfsmittel, um Fingerprinting und andere Tracking-Mechanismen gezielt zu verhindern. Per Voreinstellung sind diese Optionen deaktiviert, sie finden sich in den Datenschutzeinstellungen unter „Benutzerdefiniert“. An dieser Stelle lassen sich auch „Währungsberechner“ – also Cryptominer – blocken. In privaten Sitzungen kann der Surfer bestimmen, welche Erweiterungen aktiv sind und welche ausgeschaltet werden sollen. (hob@ct.de)

Kooperation bei Webstandards

Das World Wide Web Consortium (W3C) und die Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) werden künftig gemeinsam an der Standardisierung der Spezifikationen zu HTML & Co. arbeiten. Zentraler Ablageort sollen die WHATWG-Repositorys sein. Die Arbeitsgruppe verwaltet auch den sogenannten Living Standard, der anders als die festen HTML-Versionen wie HTML 5 vom W3C ständige Anpassungen und Erweiterungen ermöglicht. Das W3C unterstützt die Arbeit der Community unter anderem mit Tests und beim Klären von Problemen. Es wird künftig nicht mehr eigene Spezifikationen rund um HTML und DOM veröffentlichen, sondern der WHATWG Review Drafts als W3C Recommendations übernehmen. (jo@ct.de)

Chrome: Google hält am umstrittenen API-Umbau fest

Das sogenannte Manifest, in dem Google die API-Neuerungen ankündigte, nennt sich noch Draft; beim webRequest-API scheint das Unternehmen aber Ernst machen zu wollen.

Google hat in einer schon länger schwelenden Auseinandersetzung um Veränderungen der Programmierschnittstellen seines Browsers Chrome neuen Ärger unter den Entwicklern von Erweiterungen hervorgerufen. Bei dem Streit geht es darum, dass Google das webRequest-API abschaffen und sie durch die neue Schnittstelle declarativeNetRequest-API ersetzen will.

Viele Erweiterungen, insbesondere Werbeblocker, benutzen allerdings das webRequest-API und würden mit der neuen Schnittstelle nicht oder nicht so gut wie bisher funktionieren (siehe c’t 5/2019, S. 55). Nach einem ersten Aufschrei in Entwicklerforen schienen Googles Entwickler um Deeskalation bemüht – um Ende Mai nachzulegen: Das webRequest-API werde künftig nur noch für zahlende Enterprise-Nutzer zur Verfügung stehen. Alle anderen Chrome-Versionen werden auf declarativeNetRequest umgesattelt. (jo@ct.de)

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