c't 15/2019
S. 132
Spielekritik
3D-Plattformer
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Lachgeschichte

Trover Saves the Universe: Das lustigste Spiel aller Zeiten?

Wenn Spiele witzig sein wollen, beschränkt sich das meist auf ein paar alberne Slapstick-Einlagen. Dem Plattformer Trover Saves the Universe gelingt dagegen das Kunststück, von Anfang bis Ende Lacher zu produzieren – und das Spiel selbst ist auch ganz okay.

Humor in Spielen ist so eine Sache. Gags haben meist mit dem richtigen Timing zu tun – und da die Autoren dieses bei interaktiven Inhalten nicht wirklich steuern können, zündet der Humor oft nicht. Geglückte Versuche lassen sich an zwei Händen abzählen, dazu gehören einige Lucas-Arts-Adventures: Die Beleidigungsduelle in Monkey Island sind ins kollektive Gamer-Kicher-Bewusstsein eingegangen. Außerdem ist Portal 2 an einigen Stellen sehr lustig. Allerdings: Hier stand nicht der Humor im Vordergrund, sondern Spielmechanik und Story. Bei Trover Saves the Universe ordnet sich hingegen alles dem Humor unter.

Das Spiel entstand unter der Leitung von Justin Roiland, einem der beiden Macher der Cartoonserie Rick and Morty. Trover hat nicht nur einen ähnlich surrealen Humor, auch der Grafikstil ist sehr ähnlich. Justin Roiland spricht – wie in der Serie – die meisten Charaktere selbst. Hört man das Spiel nur, könnte man tatsächlich denken, es handele sich um eine neue Rick-and-Morty-Folge. Allerdings eine sehr lange: Sage und schreibe 20 Stunden Sprachaufnahmen stecken im Spiel – und das, obwohl man in drei bis fünf Stunden zum Abspann hektiken kann. Empfehlenswert ist das allerdings nicht, denn dann verpasst man die wundervollen Monologe der Charaktere, die auch noch weiterplappern, wenn die Fakten längst ausgetauscht sind. Thematisch geht es oft unter die Gürtellinie; wer Witze über sexuelle Absonderlichkeiten nicht mag, sollte einen großen Bogen um das Spiel machen.

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