c't 15/2019
S. 72
Hintergrund
Quantenkommunikation
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Bild: ESA

Sichere Schlüssel vom Satelliten

Europa baut Quantenkommunikation auf

Mit Quantenschlüsseln aus dem All sollen europäische Unternehmen und Behörden bald unabhörbar kommunizieren können. Schon in drei bis fünf Jahren will ein Konsortium Quantenkryptografie als Service kommerziell anbieten.

Sichere Datenleitungen sind die Lebensadern unserer Zeit, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im Mai in Berlin. Mit dem deutschen Projekt QuNET soll in sieben Jahren ein Pilotnetz für Quantenkommunikation entstehen. Dieser Datenaustausch beruht auf dem Einsatz quantensicherer Schlüssel, also auf kryptografischen Verfahren, die selbst Quantencomputer der Zukunft nicht brechen können. Das Besondere an diesen Schlüsseln: Bei ihrer Generierung werden quantenmechanische Effekte genutzt, die es physikalisch unmöglich machen, den Datenaustausch abzuhören, ohne ihn zu zerstören. Sender und Empfänger, die per Quantum Key Distribution (QKD) Schlüssel austauschen, können eindeutig ermitteln, ob Dritte den Schlüsselaustausch belauscht haben. Damit ist es möglich, informationstheoretisch sichere Schlüssel zu vereinbaren.

Bodenstation auf Teneriffa: Außer zur Asteroidensuche dient das Teleskop auch für Versuche zur satellitengestützten Laserkommunikation.

Dass die Technik in Europa Fahrt aufnimmt, belegen weitere Projekte. Erst im Juni haben sich in Bukarest Deutschland, die Benelux-Staaten, Italien, Malta und Spanien darauf verständigt, eine europäische Infrastruktur für Quantenkommunikation aufzubauen. Man denkt dabei an Cybersicherheit durch QKD vor allem für grundlegende Netzwerke wie Energieversorgung, Luftverkehr, Gesundheitssystem und Finanzdienstleistungen.

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