c't 15/2019
S. 40
News
Hardware

PCI-Express 6.0 für noch schnellere SSDs

Der Bandbreitenhunger von Solid-State Disks treibt die Entwicklung der Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle PCI Express (PCIe) weiter voran. Version 6.0 soll die Transferrate pro Lane und Richtung auf 8 GByte/s erhöhen.

PCI Express 6.0 soll PCs und Server für die SSDs von 2025 fit machen. Bild: PCI-SIG

Die PCI-Express-Anbindung limitiert derzeit den Datendurchsatz von NVMe-SSDs. Da sich die Zahl der PCIe-Lanes bei M.2-Kärtchen und PCIe-Erweiterungssteckplätzen nicht ohne Verlust der Kompatibilität ändern lässt, bleibt nur übrig, die Link-Geschwindigkeit zu erhöhen. PCI Express 6.0 soll pro Zeiteinheit achtmal so viele Daten wie PCIe 3.0 übertragen: Bei M.2-SSDs mit vier Lanes wären also maximal 32 GByte/s möglich.

Bis es Hardware mit PCIe 6.0 zu kaufen gibt, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Nach derzeitigem Zeitplan will das zuständige Industriekonsortium PCI-SIG die Spezifikation 2021 veröffentlichen. Möglich wird die höhere Geschwindigkeit durch vierstufige Pulsamplitudenmodulation und eine Vorwärtsfehlerkorrektur. PCI Express 6.0 ist abwärtskompatibel mit allen älteren Schnittstellengenerationen.

Derzeit kommen mit Ryzen 3000, X570-Mainboards und Radeon RX 5700 die ersten Prozessoren, Mainboards und Grafikkarten mit PCI Express 4.0 in den Handel. Im Vergleich zu PCIe 3.0 verdoppelt sich die Transferrate pro Lane von 1 auf 2 GByte/s. Ende Mai gab die PCI-SIG zudem bekannt, dass die Spezifikation für PCI Express 5.0 nach anderthalb Jahren Entwicklungsdauer fertig gestellt wurde. Auch hier hat sich der Durchsatz zur Vorgängerversion verdoppelt. In Servern soll PCIe 5.0 2021 Einzug halten, um Rechenbeschleunigerkarten, Flash-Speicher und 400-GBit/s-Ethernet-Adapter schneller anzubinden. (chh@ct.de)

DisplayPort 2.0 für 16K-Monitore

Trotz höherer Datenraten bleibt es bei DisplayPort 2.0 bei den gewohnten Steckern (mDP, USB-C, DP).

Die Video Electronics Standards Association (VESA) hat den Schnittstellenstandard DisplayPort 2.0 vorgestellt: Dabei wächst die Nettodatenrate im Vergleich zu DisplayPort 1.4 von 32,4 auf 77,4 GBit/s. Möglich macht das unter anderem der Umstieg von 8b/10b- auf die effizientere 128b/132b-Kodierung. Dank der deutlich höheren Datenrate lassen sich darüber Monitore mit 16K-Auflösung (15360 × 8460), 60 Hz Wiederholrate und 8 Bit Farbtiefe ansteuern. 10 Bit pro Farbkanal sind ebenfalls möglich, jedoch muss dafür der Datenstrom per Display Stream Compression (DSC) komprimiert werden.

DisplayPort 2.0 funktioniert über die Steckerformate DisplayPort (DP), Mini-Displayport (mDP) und im DisplayPort Alt Mode über USB-C. Der Typ-C-Stecker erlaubt außerdem das gleichzeitige Übertragen von USB-Daten, was beispielsweise für Notebook-Docking-Station wichtig ist. Die höhere Datenrate von DisplayPort 2.0 erlaubt es mit einem Adernpaar und aktivem DSC drei 4K-Monitore mit 144 Hz und 10 Bit anzusteuern. Über das zweite Adernpaar von USB-C kann das Notebook dann USB 3.2 Gen 2 (10 GBit/s) übertragen. (chh@ct.de)

Kommentieren