c't 15/2019
S. 10
Leserforum
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Nicht Online, sondern Banking ist das Problem

Editorial: Online-Banking, c’t 14/2019, S. 3

Den Ärger von Herrn Siering kann ich gut nachvollziehen. In großen Teilen der Bankenwelt haben sich Verhaltensweisen gegenüber Kunden breitgemacht, die Kafka viel Stoff für einen neuen Roman liefern würden. Vor allem Sparkassen, die sich ach so bodenständig und kundennah geben, fallen durch ein Geschäftsgebaren auf, das an Dreistigkeit alle Albträume weit übertrifft.

klds F

„Modernisierung“

Natürlich musste auch die Postbank ihr gutes und übersichtliches Online-Banking „modernisieren“: viel JavaScript und Platzverschwendung, damit man sich bei möglichst jeder Aktion totscrollt. Selbst nach der Anmeldung im Online-Banking (auf PC mit Browser) springen beim Wechsel von der Kontenübersicht zu den Umsätzen zwei Werbegrafiken von unten hoch in den Fokus und verziehen sich erst wieder nach unten, wenn sich der eigentliche Inhalt (Umsätze) aufgebaut hat.

Holger Marzen B

mTAN reicht eigentlich

Wenn man auf dem Telefon, das die mTANs empfängt, kein Online-Banking macht, halte ich das Verfahren für ausreichend sicher. Insbesondere wenn man ein Telefon exklusiv dafür benutzt und es mit Passwort etc. absichert. Dann hat sonst niemand die Nummer, was Angriffe doch ein klein wenig erschwert. Die Nummer lässt sich bei den Sparkassen auch nicht so einfach ändern. Der Krypto-Messenger Signal wäre natürlich besser als SMS, aber so weit sind die Banken noch nicht. Man sollte nur nicht alles mit einem Gerät machen.

Volcanus F

Auslandsbanken

Ich empfehle die sogenannten Auslandsbanken, am besten solche außereuropäischen Ursprungs: Die haben kleine Niederlassungen, bei denen man oft direkt mit verantwortlichen Mitarbeitern sprechen kann, falls es ein Problem gibt. Und sie haben offenbar keine Unternehmensberater im Haus, die ihnen so tolle Konzepte zur Kundenverärgerung empfehlen, wie im Editorial erwähnt werden. Kontoeröffnung geht in der Regel auch mit kleinem Geld, Gebühren etc. sind mit deutschen Instituten vergleichbar, Abhebungen gehen als Teil der Cash Group auch überall. Nach den jüngsten Debakeln überlege ich, mein verbliebenes Konto bei einem großen deutschen Anbieter nun ganz aufzugeben.

Two Sheds Jackson F

Viele Baustellen

Innenminister Seehofer wünscht sich digitale Wanzen im Wohnzimmer, c’t 14/2019, S. 36

Wir in Deutschland haben aktuell digital gesehen so viele Baustellen: schlechte Abdeckung von Mobilfunknetzen, Glasfasernetz ist auch im Speckgürtel großer Städte wie München noch Zukunftsmusik und wir werden aktuell durch sämtliche andere Länder in Themen rund um KI abgehängt.

In der Politik werden in letzter Zeit jedoch nur Bedenken oder Überwachungsmöglichkeiten diskutiert, ohne die Vorteile oder Beteiligung der eigenen Firmen/Behörden zu fördern und eine gestaltende Rolle einzunehmen. Aus meiner Sicht sollte sich die Politik zuerst einmal darum kümmern, auf den gleichen technischen Stand zu kommen, den andere Länder bereits vorweisen können, als jetzt über gesetzliche Backdoors in Zukunftssystemen zu diskutieren. Wenn der Ausbau von 5G ähnlich läuft wie der von 4G, mache ich mir überhaupt keine Sorgen – dann wird uns wahrscheinlich niemand jemals durchgängig überwachen können.

Dominik Anders B

Netzausbau vs. Dividenden

1&1 Drillisch ist neuer Mobilfunkanbieter für 5G, c’t 14/2019, S. 44

Die hohen Kosten für die Frequenzen (Vodafone: 1,8 Mrd. Euro) sind laut Vodafone-Zitat im Text „ein Desaster für Deutschland, weil die Mittel nun für Investitionen ins Netz fehlen.“

Aber die 4,06 Mrd. Euro an Dividenden, die Vodafone 2018 ausschüttete, fehlen nicht für den Netzausbau?

N. Bolz B

Schwierigkeiten mit 4K

So stellen Sie Ihren Monitor ergonomisch ein, c’t 14/2019, S. 68

Ich habe mit aktuellem Windows 10 mit viel Probieren einen halbwegs brauchbaren Zustand mit meinem Samung-4K-Display erreicht. So richtig prickelnd ist das aber nicht. Mit Bordmitteln hat man selbst bei angenehmem Zoom das Problem, dass einige Apps nicht nur zu klein, sondern auch total verwaschen sind. Chrome hatte bei mir zum Beispiel unscharfe Menüs.

Pilotfisch F

Langzeitservice

Vier neue E-Bike-Motoren, c’t 14/2019, S. 104

Ich halte es für blauäugig, beim Test von E-Bike-Motoren nicht auf die nachhaltige Sicherung der Ersatzteilversorgung einzugehen. Gerade bei den im Artikel zitierten typischen Laufleistungen von 60.000 bis 100.000 Kilometern über „etliche Jahre“ ist Langzeitservice unverzichtbar. Einen solchen bietet meines Wissens derzeit nur Bosch, die – anders als zum Beispiel Shimano – eine Kompatibilität der Systemkomponenten über weit mehr als vier Jahre sicherstellen. Auf junge, hippe Hersteller zu setzen, kann sich deshalb rächen. Nur zwei Beispiele: der ehemals hoch gelobte Hersteller BionX ist inzwischen insolvent, GoSwiss wird derzeit geordnet aufgelöst.

Malte Persike B

Singleton? Tut es nicht!

Singletons sauber in C++ programmieren, c’t 14/2019, S. 182

Als Pattern-Autor der zweiten Stunde, Mitglied des ISO-C++-Standardisierungskomitees und Professor für Informatik/Software Engineering war ich total erschrocken, als ich im aktuellen Heft einen Artikel über „Singletons sauber in C++ programmieren“ gesehen habe. Dazu gibt es nur eine Aussage: „Tue es nicht!“ Warum wird dieser Verhinderer von gutem Design immer noch genutzt?

Veränderbare globale Variablen sind in heutigem C++17 (der Artikel referenziert den Draft des C++14-Standards) mit Multi-Threading zu vermeiden. Die Serialisierung der out()-Funktion benötigt keinen unique_lock, sondern ein einfacherer scope_lock reicht – aber beides ist unzureichend, weil data races auch schon beim init passieren können (nicht jedoch bei einem Konstruktor). C++20 wird für die Synchronisation von Output-Streams ferner mit std::osyncstream einen passenderen Mechanismus bieten.

Aber auch wenn kein Multi-Threading verwendet wird, sind Singletons generell ein Verhinderer von testbarem Code aufgrund der versteckten globalen Abhängigkeiten. Das gilt auch für die beliebten globalen Variablen std::cin und std::cout. Meine Studierenden lernen, dass diese globalen Variablen nur in der main()-Funktion benutzt werden dürfen und alle Funktionen/Klassen, die io machen müssen, dazu den passenden Stream als Parameter erhalten.

Peter Sommerlad B

Sparen mit Wake-On-Lan

Strom sparen bei der PC-Nutzung, c’t 13/2019, S. 76

In Ihrem Artikel fehlt mir, dass man bis zu einem Watt sparen kann, wenn man beim PC das Wake-On-Lan der Netzwerkkarte abschaltet. Für den Standby muss man das bei Windows in der Energieverwaltung der Netzwerkkarte einstellen. Beim Soft-Off muss man die Option im BIOS suchen. Findet man dort nichts mit WoL, dann sollte man nach EuP suchen. Das eine Watt spart man, wenn der PC ausgeschaltet ist oder sich im Standby befindet. Wenn das Netzwerkkabel dann noch an einer Fritzbox oder einem „green“ Switch angeschlossen ist, dann spart man auch noch mal bis zu einem Watt, wenn der Link wegfällt. Und das Beste an der Sache, man sieht mit einem Blick auf dem Switch, ob alle Kinder abends den Rechner ausgeschaltet haben.

Markus Stark B

Das stimmt zwar, allerdings bringt es nichts, wenn man den PC sowieso wie empfohlen nach dem Ausschalten mit einem Schalter vom Stromnetz trennt. Und nach unserer Erfahrung ist WoL bei den meisten modernen Rechnern nicht ab Werk aktiv.

Payback nicht auskunftsfreudig

DSGVO-Datenauskunft im Selbsttest, c’t 13/2019, S. 168

Ich bin erstaunt, dass Sie Payback so auskunftsfreudig erlebt haben. Ich habe kurz nach Einführung der DSGVO die „c’t-Fassung von Framstags freundlichem Folterfragebogen“ genutzt, um an die Daten zu kommen, die Payback über mich gesammelt hat. Allerdings hat die Firma mich nicht einmal einer Antwort gewürdigt. Wenn ich das in Schulnoten umrechne: Leeres Blatt = Note 6.

Name ist der Redaktion bekannt B

Firefox neben Firefox

c’t-Serie Firefox-Sicherheitskompendium, c’t 7/2019–11/2019

Viele Leser haben uns zum Firefox-Sicherheitskompendium aus c’t 7/2019 bis 11/2019 Tipps geschickt, wie sie ihren Firefox sicherer machen.

Danke für das informative Firefox-Sicherheitskompendium! Beim Lesen fragte ich mich allerdings, wer denn die Zeit hat, sich mit all diesen Dingen zu beschäftigen. Selbst mir als mittelmäßig technikaffinem Menschen dauert es häufig viel zu lange, herauszufinden, was genau ich im Firefox wieder zulassen muss, damit irgendeine Website wieder halbwegs funktioniert. Für dringende Fälle habe ich mir deshalb ein weiteres Firefox-Profil angelegt, das deutlich weniger restriktiv ist als das Default-Profil.

Auf diesem Profil kann man eine zusätzliche Firefox-Instanz starten, ohne die laufende Session mit dem Default-Profil schließen zu müssen. Nach Gebrauch schließe ich das entsprechende Fenster sofort wieder mit Strg+Shift+W. Eine ähnliche Strategie wird auch vom Datenschutz-Verein Digitalcourage empfohlen, wobei dort als zusätzliche dritte Stufe der Tor-Browser für allgemeines Surfen empfohlen wird.

Stephan Wefing B

Ergänzungen & Berichtigungen

Kein WireGuard bei NordVPN

Sicher unterwegs mit WireGuard: neun VPN-Anbieter, c’t 14/2019, S. 26

NordVPN bietet keine Testzugänge für WireGuard mehr an.

Aufgaben der Landesmedienanstalten

Warum Social-Media-Plattformen eine öffentlich-rechtliche Organisation brauchen, c’t 13/2019, S. 56

Die Landesmedienanstalten organisieren nicht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern sind für die privaten Sender zuständig.

In den USA existiert der Public Broadcasting Service (PBC). Er ist jedoch anders organisiert als der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande und konnte bei Weitem nicht dessen Bedeutung erlangen.

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