c't 16/2019
S. 138
Praxis
openSUSE auf dem Raspi
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Passend gemacht

openSUSE Leap 15.1 auf dem Raspberry Pi

Schluss mit Raspbian-Einheits-Image: Ein neuer Installer erlaubt es, openSUSE Leap 15.1 vom USB-Stick ganz nach eigenen Wünschen als Server oder Client mit unterschiedlichen Desktops auf dem Raspberry Pi zu installieren. Das Bootmedium dafür herzustellen ist allerdings eine Herausforderung.

Bei Linux für den Raspberry Pi hat man praktisch keine Wahl: Es gibt immer nur fertige Dateisystem-Images, die irgendjemand anderes installiert hat – inklusive weltweit bekanntem Standard-Passwort, das bitte sofort nach dem ersten Start zu ändern ist. Allenfalls bei der Geschmacksrichtung hat man etwas Entscheidungsspielraum und darf zwischen Raspbian, Debian, Ubuntu Mate und ein paar Appliance-Systemen wählen. Anschließend muss man selbst herausfinden, welche Pakete für den angedachten Einsatzzweck überflüssig sind und nur Speicherplatz und bei Updates unnötiges Datenvolumen kosten – oder man lebt mit dem im Zweifel überladenen Standardsystem.

Bei openSUSE Leap 15.1 sind die Entwickler einen anderen Weg gegangen: Sie haben den vom PC bekannten Installer der Linux-Distribution auf den Raspberry Pi 3 portiert, sodass sich openSUSE Leap nun vom USB-Stick booten und individuell angepasst als Server oder als Client mit verschiedenen Desktops auf dem Mini-Rechner installieren lässt. Allerdings darf man von den Client-Installationen mit Desktop nicht allzu viel erwarten, sie überfordern den Prozessor und vor allem den Speicher des Raspi 3 – der gerade erschienene Raspi 4 wird noch nicht unterstützt. Als Server läuft openSUSE aber auch auf dem Raspi 3 gut.

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