c't 16/2019
S. 124
Spielekritik
Abenteuer
Aufmacherbild

Nasse Füße, heißer Kopf

Überzeugende Story und anspruchsvolle Knobelei

Rätselfreude allein genügt in diesem Detektiv-Adventure nicht, um mit den Gruselfiguren des Horror-Schriftstellers H. P. Lovecraft fertigzuwerden.

Privatdetektiv Charles Reed fahndet in den frühen 1920ern nach der Quelle seiner Albträume. Wie der Held des jüngst erschienenen Lovecraft-Adventures „Call of Cthulhu“ reist er dazu nach Oakmont im entlegensten Winkel Neu-Englands. Anders als im erzählerisch vermurksten Spiel des Herstellers Cyanide erkundet der Spieler in Frogwares Abenteuer eine Großstadt von beachtlicher Größe. Bereits am Hafen von Oakmont begegnet er dem ersten Quest-Geber, dessen wunderliches Affengesicht den Spieler auf die merkwürdige Welt einstimmt, die er in den nächsten gut 25 Stunden erkunden wird.

Zur Erledigung der Aufträge ist es nötig, Oakmont zu erforschen, das hinsichtlich Baustil an Lovecrafts Heimat Providence erinnert – nur dass der ramponierte Ort zum Teil unter Wasser steht. Der erzählerische und stilistische Einfluss des Autors ist stets präsent; Kenner der Novelle „Schatten über Innsmouth“ und der Kurzgeschichte „Cthulhus Ruf“ entdecken im Spiel zig Figuren und Sujets aus jenen Werken – und sei es in Gestalt der Straßennamen.

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