c't 16/2019
S. 70
Test
Kamera-Smartphones
Aufmacherbild

Smartphones mit Spitzenkamera

iPhone und sieben Android-Handys im Foto-Vergleich

Smartphones nehmen immer bessere Fotos auf, aber wie gut sind die kleinen Knipsen wirklich? Auflösung, Rauschverhalten und Dynamikumfang sind wichtige Entscheidungskriterien. Wir haben diese Werte für die besten Kamera-Smartphones gemessen.

Sommerzeit ist Fotozeit, doch die ausgewachsene Kamera steht längst nicht mehr bei allen auf der Packliste fürs Urlaubsgepäck. Zu groß, zu schwer, und hey, das Smartphone macht doch genauso gute Fotos. Wirklich?

Wir haben acht aktuelle Smartphones verglichen, die zu den besten zählen, die wir bislang im Testlabor hatten. Apples iPhone XS Max muss sich gegen sieben Android-Smartphones behaupten. Huawei P30 Pro, OnePlus 7 Pro, Samsung Galaxy S10+ und Sony Xperia 1 kommen jeweils mit Triple-Kamera, das Google Pixel 3a XL hält dem besonders ausgeklügelte Software entgegen, und das Nokia 9 PureView beschreitet mit fünf Kameras eigene Wege. Im Fotolabor haben wir die Spitzen-Handys mit „echten“ Kameras verglichen – und mit Blick auf Mittelklassehandys überprüft, ob sich der hohe Preis für die High-End-Handys überhaupt in viel besseren Fotos niederschlägt. Als günstige Referenz diente uns neben dem Pixel das Motorola One Vision, das im jüngsten Test mit seiner guten Kamera überzeugte, als siebter Androide. Alle Smartphones haben bereits unseren klassischen Smartphone-Prüfstand durchlaufen, die entsprechenden Ausgaben finden Sie in der Tabelle auf Seite 79.

Viele aktuelle Spitzen-Smartphones haben gleich zwei oder drei Kameras, um die Fotografie mit mehreren Brennweiten zu ermöglichen. Meist entsteht so eine Kombination aus einer weitwinkligen Hauptkamera, der eine Superweitwinkel- und eine Telekamera zur Seite stehen. Beim Tele geht das Vergrößerungsvermögen weit auseinander. Einige Smartphones vergrößern zweifach (iPhone XS Max, Samsung S10+, Sony Xperia 1), andere dreifach (OnePlus 7 Pro) oder gar fünffach (Huawei P30 Pro). Manche (Google Pixel 3a XL) begnügen sich mit einer Kamera oder haben trotz fünf Objektiven weder Tele noch Ultraweitwinkel (Nokia 9 PureView). Einen echten stufenlosen optischen Zoom mit beweglichen Linsen in einem Objektiv hat keines der Handys.

Video: Nachgehakt

Sensoren und Objektive

Prinzipiell gehen mit mehr Sensorfläche mehr Bildqualität und großen Zoomoptiken mehr Gestaltungsspielraum einher. Wegen der kleinen Gehäuse ist das in Smartphones aber nur schwer zu realisieren, weshalb die Smartphone-Fotografie immer auch ein Kompromiss ist. Da ist Einfallsreichtum gefragt. OnePlus beschneidet das 13-MP-Foto des 2,2-fachen optischen Teles auf ein 8-MP-Foto und erzielt so die Wirkung einer dreifachen Vergrößerung. Huawei baut das Tele per Periskoptechnik quer ein (siehe Schaubild) – kommt aber so nicht umhin, einen sehr kleinen Sensor zu verwenden (1/4 Zoll), auf entsprechend kleiner Fläche wird das Licht für das Foto gesammelt.

Zumindest bei der Hauptkamera sind die Sensoren in Smartphones auf recht beachtliche Größen angewachsen. Das P30 Pro zum Beispiel hat einen 1/1,7-Zoll großen Sensor (7,5 × 5,6 Millimeter) eingebaut, das OnePlus 7 Pro nutzt Sonys 1/2-Zoll-Sensor IMX 586 (6,4 × 4,8 Millimeter). Beide sind größer als Sensoren in mancher Kompaktkamera, beispielsweise kommen die kompakte Zoomkamera Panasonic TZ96 (rund 450 Euro) oder die schwere Bridgekamera Nikon Coolpix P1000 (1,4 Kilogramm, 750 Euro) nur mit 1/2,3-Zoll Sensor (6 × 4,5 Millimeter) – decken allerdings mit 30- respektive 125-fachem Zoom ungleich größere Brennweitenspektren ab.

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