c't 17/2019
S. 106
Test
Saugroboter
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Reinemacher

Saugroboter mit Raumerkennung und App-Steuerung

Saugrobotern wird nachgesagt, sie seien etwas für Faule. Wenn das stimmt, dann ist die neueste Generation sogar was für ganz Faule: Diese Bots reinigen auf Zuruf, einige können auch wischen oder leeren ihren Behälter selbst. Klingt gut, hilft aber nur, wenn die Wohnung danach auch sauber ist. Wir haben sechs Saugroboter getestet.

Waschen, Geschirrspülen, Staubsaugen – viele Aufgaben im Haushalt sind so eintönig, dass man sie problemlos an Maschinen auslagern kann. Den Nutzen einer Wasch- oder Geschirrspülmaschine zweifelt niemand mehr an. Saugroboter haben sich langsam ebenfalls den Status eines nützlichen Haushaltsgeräts erarbeitet und die Hersteller haben sich in der jüngeren Vergangenheit immer neue Gimmicks und Verbesserungen für die autonomen Staubsauger ausgedacht. Die wohl wichtigste Verbesserung und damit auch Kriterium bei unserer Testgeräteauswahl: Die Helfer sollen nicht planlos in der Wohnung herumgurken, sondern zielgerichtet zu Werke gehen und sich mit wenigen Fingertipps an eine gewünschte Stelle schicken lassen.

Video: Nachgehakt

Nahezu alle hochwertigen Staubsaugerroboter orientieren sich mittels Laser-Distanz-Sensoren (Lidar, light detection and ranging) oder – in wenigen Fällen – über eine Kamera (Roomba i7+). So zeichnen sie bei der ersten Fahrt einen Grundriss aller Räume auf und vermerken größerer Hindernisse wie Schränke oder Betten. Fortan sind sie in der Lage, jeden Raum gezielt abzufahren und zu erkennen, an welchen Stellen sie bereits geputzt haben.

Dieses gezielte Vorgehen unterscheidet sie von günstigen Saugbots: Diese fahren so lange stumpf geradeaus, bis sie irgendwo anstoßen. Dann drehen sie sich um eine zufällige Gradzahl, fahren wieder los und das Spiel beginnt von Neuem. Da sie im Idealfall Hindernisse gezielt umkreisen und jeden Winkel erreichen, können Saugroboter mit Raumerkennung sowohl viel schneller als auch viel gründlicher reinigen als ihre simpel gestrickten Kollegen.

Wir haben uns sechs solcher Bots in die Redaktion geholt und getestet, wie gut sie sich in Wohnungen wirklich zurechtfinden, welche smarten Funktionen sie bieten und wie viel Schmutz sie von Hartböden und Teppichen entfernen. Mit von der Partie sind Bots von Bosch, Ecovacs, iRobot, Neato, Roborock und Vorwerk.

Während der Reinigung fahren alle Testkandidaten den Boden des Raumes in parallelen Bahnen ab. Treffen sie dabei auf ein Hindernis, umfahren sie es entweder und setzen die Reinigung dahinter fort – oder sie drehen um und widmen sich der ausgelassenen Stelle später. Ist der Raum vom Staub befreit, steuern sie gezielt den nächsten Raum an. In unseren Testfahrten wurde so in fast jedem Durchlauf jeder zugängliche Bereich mindestens einmal gesaugt.

Alle getesteten Saugbots zeichnen die erfassten Grundrisse in der zugehörigen Smartphone-App ein. Dort können die Nutzer beispielsweise festlegen, dass ein markierter Bereich gezielt angefahren wird – etwa nach dem Frühstück, um die Krümel unterm Tisch aufzusaugen. Bei allen Geräten des Tests lassen sich zudem dauerhaft Sperrbereiche festlegen, um beispielsweise teure Vasen, Stehlampen oder Futter- und Wassernäpfe der Haustiere vor Kontakt mit dem Roboter zu schützen.

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