c't 17/2019
S. 31
News
Intel Mobil-CPU mit 10-nm-Technik

Intels Mobil-CPU mit 10-nm-Technik im Test

Intels zehnte Core-Generation hat eine neue Mikroarchitektur und wird im 10-nm-Verfahren hergestellt. Von der höheren Leistung pro Takt und den sparsameren Transistoren profitieren besonders Notebook-Nutzer. Wir konnten erste Tests durchführen.

Den Auftakt zu Intels Core-Prozessoren der zehnten Generation machen elf U- und Y-Notebook-CPUs von 9 bis 28 Watt TDP – acht Vier- und drei Zweikerner, alle mit Hyperthreading. c’t konnte den Core i7-1065G7 mit vier Kernen und dickster Grafik-Ausbaustufe einen Tag lang in Intels Entwicklersystem ungestört ausprobieren. Beim 1065G7 handelt es sich um die zweitschnellste der Ice-Lake-CPUs mit 15 Watt TDP, die sich auf 25 Watt hochkonfigurieren lässt. Das System war so eingestellt, dass die CPU nach 28 Sekunden im Turbo auf diese 25 Watt drosselte.

1,3 GHz Basistakt ist sehr wenig, in der Turbo-Spitze sind 3,9 GHz auf einem Kern drin – beides 500 MHz weniger als beim Vorgänger Whiskey Lake. Den Unterschied soll eine höhere Leistung pro Takt wettmachen. Bei Last auf allen Kernen sahen wir die 3,5 GHz im Test nur kurz, je nach Anwendung lag der Takt wegen des 25-Watt-Limits bei 2,4 bis 3,2 GHz.

In der CPU ist eine Gen11-Grafikeinheit mit 64 Execution Units namens Iris Plus 940 integriert. Im Laptop war zudem rasend schneller LPDDR4x-3733-Speicher eingelötet, der sowohl CPU als auch Grafik mit 55 GByte/s versorgt. Auch deshalb zeigte der i7-1065G7 im Test eine beeindruckende Leistung.

Im 3DMark Firestrike oder Time Spy könnte man das mehr als doppelt so gute Abschneiden gegenüber der UHD-Grafik 620 noch den zusätzlichen Ausführungseinheiten (64 statt 24) sowie dem sehr schnellen Speicher zuschreiben. Doch spätestens im Cinebench R20 ist neben dem Kühlsystem die Kernleistung ausschlaggebend. Hier schlug der i7-1065G7 den aus der Vorgängergeneration stammenden i7-8565U im sparsam konfigurierten Lenovo Yoga S940 (siehe c’t 14/2019, S. 96). Er ist um mehr als 33 Prozent schneller beim Multithreading und um gut 22 Prozent mit nur einem Kern (1693/456 zu 1248/373). Mit nur 15 Watt TDP bringt der Core i7-1065G7 noch gute 1224/456 Punkte (MT/ST).

Gegenüber dem performanter konfigurierten Asus Zenbook S13 lag das getestete Ice-Lake-System nur mit +18/+8 Prozent vorn. Doch trotz GeForce MX150 setzte sich das Zenbook nicht von der Grafikleistung des neuen Core i7-1065G7 ab – obwohl sich dort CPU und integrierte Grafik die 25 Watt TDP noch teilen mussten: Im Firestrike waren es 2632 zu 2766 Punkte zugunsten des Ice Lake. Für anspruchsvolle Spiele wie Shadow of the Tomb Raider genügt das in Full HD kaum für niedrigste Details – dort kamen wir nur auf 18 Bilder pro Sekunde. Leistungsaufnahme-Messungen waren auf der Entwicklerplattform nicht sinnvoll.

Mit Ice Lake hat Intel ein heißes Notebook-Eisen im Feuer, zumal auch Thunderbolt 3 sowie WiFi 6 (teil-)integriert sind. Wie gut Ice Lake im Vergleich zu AMDs brandneuen Ryzen 3000 wirklich ist, muss sich noch zeigen. Derzeit tritt er in Notebooks nur gegen alte Zen+-Technik an. (csp@ct.de)

Der Autor hat am Ice-Lake-Performance-Workshop teilgenommen, Intel zahlte Reisekosten und Übernachtung.