c't 17/2019
S. 39
News

Datenschutz-Skandal kostet Facebook 5 Milliarden Dollar

Neue Struktur: Statt des CEO Mark Zuckerberg soll bei Facebook zukünftig eine unabhängige Kommission das letzte Wort in Datenschutzfragen bekommen. Bild: FTC

Facebook muss wegen Datenschutzvergehen mehr als fünf Milliarden US-Dollar zahlen. Das ist ein Ergebnis eines Vergleichs, mit dem US-Aufsichtsbehörden ihre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal aufgenommenen Ermittlungsverfahren abschließen. Alleine an die US-Handelsaufsicht FTC zahlt Facebook 5 Milliarden US-Dollar – die höchste von der Behörde bisher verhängte Buße.

Zusätzlich zur Geldbuße ordnet die FTC strukturelle Veränderungen bei Facebook an, die zu klaren Verantwortlichkeiten sowie mehr Transparenz beitragen sollen. Facebooks Verwaltungsrat soll ein unabhängiges Gremium schaffen, das für den Schutz von Daten und Privatsphäre der Nutzer zuständig ist. Die Mitglieder dieses Datenschutzrates sollen von einer unabhängigen Kommission besetzt werden. Damit soll auch CEO Mark Zuckerberg die direkte Kontrolle über Datenschutzfragen teilweise entzogen werden.

Neben der FTC hat auch die US-Börsenaufsicht SEC ihr Verfahren gegen Facebook abgeschlossen, bei dem es um Facebooks irreführende Information der Anleger über die Datenschutzverstöße ging. Hier kommt das Unternehmen mit einer Strafe von 100 Millionen US-Dollar vergleichsweise glimpflich davon. (jo@ct.de)

DSGVO-Rekordstrafen

Die britische Datenschutzbehörde (Information Commissioner’s Office – ICO) hat zwei Unternehmen zu dreistelligen Millionenstrafen für Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung verdonnert.

Die Fluggesellschaft British Airways soll eine Strafe von 183,39 Millionen Britischen Pfund berappen (ca. 204 Millionen Euro). Bei einem Angriff hatten Angreifer 2018 persönliche Daten und Kreditkarteninformationen von Kunden der Fluglinie erbeutet. Nach Ansicht des ICO hätten schwache Sicherheitsvorkehrungen bei der Airline den Datendiebstahl erst ermöglicht.

Die Hotelkette Marriott soll 99,2 Millionen Britische Pfund zahlen (rund 110 Millionen Euro). Grund dafür ist ein Ende 2018 bekannt gewordener Hack gegen eine Tochter des Konzerns, der Daten von vermutlich 339 Millionen Kunden kompromittierte. Nach Ansicht der Datenschützer hat die Marriott-Kette nicht ausreichend für die Sicherheit der Systeme gesorgt. Mariott will das Strafmaß anfechten. (jo@ct.de)

Neuer Firefox für Firmen

Der Add-on-Manager gibt jetzt Empfehlungen – teilweise personalisiert auf Basis des bisherigen Nutzungsverhaltens.

Mozilla hat Firefox 68 veröffentlicht. Der Browser bildet die neue Basis für die sogenannte Extended Support Release (ESR) für große Organisationen wie Schulen und Unternehmen, die Firefox automatisch einrichten und zentral administrieren wollen. Nutzer von Firefox 60 ESR bekommen im Oktober automatisch ESR 68 installiert.

Neue Richtlinien sollen IT-Managern und Admins dabei helfen, den Browser passend für ihr Unternehmen einzurichten. Sie können etwa ein Support-Menü für die Mitarbeiter hinzufügen. Außerdem lassen sich Suchvorschläge ausschalten, die auf vorherigen Suchen basieren. Das soll die Privatsphäre der Kollegen besser schützen. Mozilla hat eine vollständige Liste der von Firefox unterstützten Richtlinien auf GitHub veröffentlicht.

Die Entwickler haben die 2D-Grafikengine WebRender nun auch für Windows-10-Systeme mit AMD-Grafikkarten freigeschaltet. Der Browser soll jetzt auch weniger Probleme im Zusammenspiel mit Antiviren-Software haben. (jo@ct.de)