c't 17/2019
S. 46
Vorsicht, Kunde
PayPal
Aufmacherbild

Inkasso für Kriminelle

Wie PayPal Verluste durch Betrüger auf Kunden abwälzt

Wer eine ihm zustehende Zahlung über eine Bank erhält, trägt normalerweise kein Risiko. Das Luxemburger Geldhaus PayPal will seine Kunden jedoch per AGB haften lassen, wenn Betrüger die Schwächen seines Bezahlsystems für ihre Machenschaften nutzen.

Mit den Warengutscheinen, die ihm sein örtlicher Mediamarkt im Zuge einer Rücknahme aus Kulanz ausgestellt hatte, konnte Kevin Z. nichts anfangen. Also entschloss er sich, die beiden Gutscheine im Wert von insgesamt 247,98 Euro über eBay-Kleinanzeigen anzubieten. Und schon kurz nachdem er sie Anfang Mai für 245 Euro dort eingestellt hatte, erhielt er über den Messenger des Anzeigenportals ein Kaufangebot. Da er eigentlich befürchtet hatte, auf den Gutscheinen sitzen zu bleiben, war Kevin Z. hoch erfreut über das Angebot. So akzeptierte er auch eine Zahlung per PayPal. Mangels eigenen Kontos benutzte er mit deren Einverständnis das Konto seiner Mutter Nadine Z. Um die Gebühren zu sparen, vereinbarte er mit dem Verkäufer, die Zahlung über die PayPal-Funktion „Zahlung an Freunde und Bekannte“. Das war, wie sich noch zeigen sollte, keine gute Idee. Doch dazu später mehr.

Kaum hatte er sich mit dem Verkäufer geeinigt, erschien der Betrag auch schon auf dem PayPal-Konto von Nadine Z. und Kevin Z. übermittelte dem vermeintlichen Käufer die Codes der Gutscheine, ebenfalls über den Messenger von eBay-Kleinanzeigen.

Kommentare lesen (7 Beiträge)