c't 18/2019
S. 114
Test
Word-Im- und Export
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Bild: Thorsten Hübner

Word-brüchig

Wie gut Microsoft-fremde Textprogramme mit Word-Dateien umgehen

Viele Textverarbeitungsprogramme versprechen, Word-Texte im DOCX-Format problemlos lesen und schreiben zu können. Problemlos? Das haben wir uns genauer angesehen.

Den Im- und Export von Word-Dateien versprechen viele Textprogramme, darunter LibreOffice Writer, Softmaker Office Textmaker, Papyrus Autor, Apple Pages und sogar die kostenlose Web-Textverarbeitung Google Docs. Wir wollten wissen, ob beim Import von Word-Dokumenten nicht nur der Textinhalt, sondern auch alle Formatierungen sauber übernommen werden und die Dokumente genauso aussehen, wie sie der Verfasser unter Word gestaltet hat. Wir haben uns dabei auf das seit Office 2007 angesagte, modernere und dokumentierte DOCX-Format beschränkt. Makros (DOCM-Dateien) haben wir außen vor gelassen, weil kein anderes Programm das von MS Office verwendete VBA beherrscht. Wer darauf angewiesen ist, kommt an Word ohnehin nicht vorbei.

Der Testparcours

Um zu überprüfen, inwieweit unterschiedliche Word-Dateien den Import durch die Testkandidaten überstehen, haben wir einige grundverschiedene Dokumente verwendet. Diese enthalten nicht jede einzelne Layout- und Formatierungsoption, die Word bietet, aber doch die in der Praxis gebräuchlichsten und dazu ein paar extravagante.

Am häufigsten wird es Word im Alltag wohl mit relativ einfachen und kurzen Dokumenten ohne ausgefallene Formatierungen zu tun haben. Das stellen wir mit einem achtseitigen Vertrag (Fließtext, gegliederte Überschriften) und einem einseitigen Rechnungsformular mit Firmenlogo in der Kopfzeile und Tabulator-Formatierungen nach. Darin war auch eine Zeile anstatt per Tabulator für rechtsbündige Ausrichtung fälschlicherweise mit Leerzeichen an den rechten Rand geschoben.

Wir hätten nicht gedacht, dass die Importfilter schon mit diesen einfachen Texten Probleme bekommen könnten. Und doch leisteten sich fast alle zumindest kleinere Patzer. Textmaker brachte die letzte Zeilenschaltung am unteren Seitenrand nicht unter und verschob sie auf eine neue Seite. Zudem positionierte es den hinter der Leerzeichenkette an den Rand gerückten Text falsch. Papyrus würfelte die Formatierung der Fußzeile mit einem zusätzlichen, im Original nicht vorhandenen zentrierten Tabstop durcheinander. Richtig daneben haute Google Docs. Es platzierte das Firmenlogo im Rechnungsformular falsch und vertat sich im Vertragsformular so massiv mit Zeilen- und Absatzabständen, dass eine halbe Seite Text auf ein zusätzliches Blatt überlief.

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