c't 18/2019
S. 48
News
Smartphones und Tablet mit Stift

Mobil mit Stift

Samsung Galaxy Note 10 und Tab S6 mit Stift und verbesserter Kamera

Mit einem Stift malt, schreibt, notiert, korrigiert, skizziert und kritzelt man schneller und präziser auf dem Display als mit dem Finger. Für Android finden Stift-Fans nur bei Samsung passende Geräte – und die nun mit aktueller Hardware und verbesserter Kamera.

Bisher bekam jedes Smartphone der Note-Serie ein größeres Display als der Vorgänger, jetzt erscheint das Stift-Handy erstmals in zwei Größen: als Note 10 mit 6,3- und als Note 10+ mit 6,8-Zoll-Display. Letzteres übertrifft damit und auch mit der Auflösung von 3040 × 1440 Pixel den Vorgänger Note 9 und die meisten anderen Smartphones auf dem Markt.

Das Note 10 hingegen hat abgespeckt und liegt aufgrund des nahezu vollflächigen und an den langen Seiten abgerundeten Displays angenehmer in der Hand als das Note 10+ und der Vorgänger Note 9. Mit 7,2 cm × 15,1 cm und 170 Gramm ist es sogar knapp kleiner als Samsungs stiftloses Flaggschiff Galaxy S10+. Die Displayauflösung sinkt auf 2280 × 1080 Punkten, was immer noch 401 dpi ergibt, sodass keine einzelnen Pixel zu sehen sind. Das Note 10+ wiegt 200 Gramm und misst 7,7 cm × 16,2 cm – ähnlich breit und etwas kürzer sind das Apple iPhone Xs und Huawei P30 Pro, die haben aber nur 6,5-Zoll-Displays.

Die Bildschirme leuchten mit 800 bis 1200 cd/m2 besonders hell, sie dürften auch im Sonnenlicht ablesbar sein. Die Frontkamera sitzt hinter einem kleinen Loch mittig oben im Display; auch der Fingerabdruckscanner ist nun im Display statt beim Note 9 auf der Rückseite untergebracht. Der Knopf zum Aktivieren des hierzulande wenig nützlichen Sprachassistenten Bixby entfällt. Für Stereoklang im Querformat dienen der Lautsprecher zwischen Stiftgarage und USB-C und ein weiterer am gegenüberliegenden Rand.

Das Note 10 (links) gibt es in Schwarz, Rosa und einem Aura Glow genannten Schimmereffekt. Das 10+ (rechts) kommt in Schwarz, Weiß oder Aura Glow.

Kameras und Prozessor

Die Kamera entspricht weitgehend der des Galaxy S10+. Auf der Rückseite liegen drei Linsen für Tele-, Normal- und Weitwinkelaufnahmen mit zweimal 12-Megapixel- und einmal 16-Megapixel-Sensor dahinter. Die Telelinse ist etwas lichtstärker geworden (f/2,1 statt f/2,2), vergrößert aber weiter nur zweifach – an längere Teles wie das fünffache im Huawei P30 Pro traut Samsung sich weiter nicht heran. Die Hauptkamera bekommt eine zwischen f/1,5 und f/2,4 umschaltbare Blende. Beim Note 10+ gibt es zusätzlich eine Tiefenkamera für verbesserte künstliche Unschärfe und ein paar AR-Spielchen.

Die amerikanischen Note-Varianten stattet Samsung mit dem Prozessor Snapdragon 855 von Qualcomm aus. Die für Europa vorgesehenen Varianten laufen mit dem nagelneuen Exynos 9825 von Samsung selbst. Er hat acht Kerne: zwei schnelle von Samsung designte, zwei Cortex A75 von ARM und vier stromsparende Cortex A55. Der Chip wird in 7 nm Strukturbreite gefertigt und soll sparsamer sein als die Vorgänger. Vor allem gibt es eine Variante mit 5G-Modem Exynos 5100. Dadurch ist Samsung nicht mehr wie beim Galaxy S10 5G auf 5G-Modems von Qualcomm angewiesen; dort musste dem Exynos 9820 als 5G-Modem noch das Snapdragon X50 zur Seite stehen.

Samsung steckt ins Note 10 üppige 8 GByte RAM und 256 GByte Flash. Ins 10+ kommen gar 12 GByte und optional 512 GByte Flash. Die LTE-Versionen sind Dual-SIM-fähig, das Note 10+ 5G allerdings nicht, es ist zudem auf 256 GByte Flash beschränkt. Eine eSIM (siehe c’t 3/2019, S. 104) ist nicht eingebaut. Das Note 10+ hat einen MicroSD-Slot, allerdings passt dann die zweite SIM nicht mehr. Beim Note 10 ist der MicroSD-Slot entfallen.

Ebenfalls unerfreulich: Anders als bei den Vorgängern gibt es keine 3,5-mm-Audiobuchse, Kopfhörer finden nur per USB-C Anschluss. Samsung begründet das mit einem Platzgewinn für den Akku und legt drahtlose In-Ears bei, aber keinen Adapter von USB-C auf Audio. Der Akku des Note 10+ fasst 4300 mAh, tatsächlich etwas mehr als beim Note 9 und S10+; der des Note 10 fällt deutlich kleiner aus, nur 3500 mAh. Beiden liegt ein 25-Watt-Netzteil bei. Das Note 10+ lädt mit einem stärkeren Netzteil sogar mit bis zu 45 Watt. Drahtlos sind mit dem passenden Dock bis zu 20 Watt drin. Beide laden wie das Galaxy S10 andere Geräte per Qi, etwa eine Smartwatch.

Stift mit Gesten

Wie gehabt erkennt der ins Display integrierte Digitizer den S Pen genannten Stift samt Druckstufen. Zusätzlich ist der Stift seit dem Note 9 per Bluetooth LE mit dem Handy gekoppelt, er signalisiert darüber eine Betätigung seiner seitlichen Taste. Das funktioniert auch aus ein paar Metern Entfernung, sodass der Stift beispielsweise als Foto-Fernauslöser dient. Neu ist ein Gyrosensor im Stift, der (bei gedrückter Taste) auch Gesten erkennt. Bewegt man den Stift oder macht eine Kreisbewegung, führt das Smartphone eine verknüpfte Aktion aus. Bisher funktioniert das nur in die Kamera-App, wo man beispielsweise durch die Zoomstufen schaltet. Die Befehle stehen aber auch anderen App-Entwicklern zur Verfügung. Beim ersten Ausprobieren hakte es hier und da, besonders die Drehbewegungen zum Zoomen waren gewöhnungsbedürftig. Der Stift hat einen kleinen Kondensatorakku, der für Bluetooth und Gyrosensor benötigt wird – Schreiben klappt auch bei leerem Stift-Akku.

Der Stift des Galaxy Tab S6 hat eine zum Schreiben angenehme Dicke. Er haftet magnetisch hinten am Tablet.

Das Note 10 kostet 950 Euro. Das Note 10+ startet bei 1100 Euro mit 256 GByte, mit 512 kostet es 1200 Euro. Die 5G-Variante mit 256 GByte ist ebenfalls für 1200 Euro erhältlich. Ausgeliefert wird ab dem 23. August. Installiert ist das aktuelle Android 9 mit Samsungs optisch angepasster Oberfläche. Updates aufs kommende Android Q sollen folgen, allerdings nannte Samsung keinen Zeitplan. Nach bisherigen Erfahrungen dürfte es im Frühjahr soweit sein.

Galaxy Tab S6

Auch das Tablet Galaxy Tab S6 hat Samsung aufgefrischt. Es tritt die Nachfolge des S4 an – den Namen S5 überspringt Samsung, obwohl es verwirrenderweise ein S5e gibt (siehe Test in c’t 15/2019). Vor allem beim S Pen will Samsung nachgebessert haben. Er dient nun wie beim Note auch als Fernbedienung, erkennt Gesten und ist per Bluetooth gekoppelt.

Bei Nichtbenutzung wird der Stift magnetisch in einer Mulde auf der Geräterückseite gehalten – eine solche Option fehlte dem S4. Dort lädt er auch.

Erstmals bei einem Tablet hat Samsung auf der Rückseite zwei Kameras eingebaut, neben der Hauptkamera sitzt eine Ultraweitwinkelkamera. Beim Display handelt es sich wie beim Vorgänger um ein 10,5 Zoll großes OLED. Der optische Fingerabdrucksensor liegt unter dem Display. Angetrieben wird das Tab S6 von Qualcomms Snapdragon 855 mit 8 GByte Hauptspeicher.

Das Tab S6 ist laut Samsung ab Ende August in Grau, Blau und Rosa erhältlich. Mit 6 GByte Hauptspeicher und 128 GByte Flash kostet es 750 Euro, als LTE-Variante mit 8 GByte RAM und 256 GByte Flash 900 Euro. Der S Pen ist in beiden Varianten inklusive. Es gibt auch wieder eine Hülle mit Tastatur und Aufstellfuß – für 180 Euro. (jow@ct.de)

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