c't 19/2019
S. 144
Hintergrund
Robotik
Aufmacherbild
Bild: Rudolf A. Blaha

Die Mikrowelt im Griff

Mikro- und Nanoroboter räumen auf

Im Reich der Millimeter und darunter wirken Mikro- und Nanoroboter. Forscher arbeiten daran, die Intelligenz der Winzlinge zu erhöhen und sie mit Kraftfeldern beispielsweise direkt im menschlichen Körper einzusetzen.

Nur die größten unter den Milli-, Mikro- und Nanorobotern bewegen sich unter Bedingungen, die denen in der Makrowelt ähneln. Zum Beispiel im Miniatur-Wunderland in Hamburg, das unter anderem die größte Modelleisenbahnanlage der Welt beherbergt: In deren weitverzweigtem Straßennetz im Maßstab 1:87 suchen sich gelegentlich autonome Kleinwagen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ihren Weg. Sie müssen dabei auch mit 9250 ortsansässigen Modellautos klarkommen, von denen 250 nach einfachen Programmen durch die Straßen fahren.

Visuelle Navigation im Maßstab 1 zu 87: Ein Minifahrzeug mit Raspi-Steuerung und Kameramodul zwischen Modellautos im Hamburger Miniatur-Wunderland. Bild: Britta Sowa / HAW Hamburg

Stephan Pareigis und Tim Tiedemann vom HAW-Forschungslabor für autonome Systeme nutzen das Wunderland als Testgelände für selbstfahrende Fahrzeuge. Dabei erweist sich schon die Konstruktion ihrer Mini-Autos als eine Herausforderung. Die Fahrzeuge sind nicht nur mit einem lenkbaren Chassis, Elektromotor und Lithium-Ionen-Akku versehen, sondern zusätzlich mit einem Raspi Zero WH plus Kameramodul. Der Einplatinencomputer ist 31,2 Millimeter breit, 65 Millimeter lang und 5 Millimeter hoch. Damit setzt er die Maße für die Grundfläche der Kleinwagen im Maßstab 1:87. Das Raspi-Kameramodul V2 misst 23,86 Millimeter × 25 Millimeter × 9 Millimeter und ist als senkrechter Aufbau positioniert.

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