c't 19/2019
S. 114
Test
Vernetzte Zwischenstecker
Aufmacherbild
Bild: Albert Hulm

Bei Zuruf Klick

Neun funkgesteuerte Steckdosen fürs Smart Home

Ist man bei Alexa & Co. erst einmal auf den Geschmack gekommen, steht meist auch der Kauf einer vernetzten Steckdose an. Mit ihnen lassen sich auch doofe Bestandsgeräte per Sprache steuern – als Komfortgewinn oder zum Stromsparen.

Mit funkgesteuerten Zwischensteckern verpasst man beliebigen Geräten ohne Smart-Home-Anbindung im Handumdrehen ein smartes Update. Einfach in die Wandsteckdose stecken, Verbraucher einstöpseln und schon wird alles gut – so versprechen es zumindest die Hersteller.

Tatsächlich lassen sich mit den Wandgnubbeln allerlei Dinge im Haushalt anstellen. Man kann sie nutzen, um den Standby-Verbrauch durch gebündeltes Abschalten von Geräten zu reduzieren, um elektrische Zusatzheizungen intelligent zu schalten, um durch temporäres Abschalten von Verbrauchern für Ruhephasen zu sorgen oder auch um dem Energiehunger einzelner Verbraucher gezielt auf die Finger zu schauen.

Wir testen neun vernetzte Zwischenstecker, die sich per App auch von unterwegs aus steuern lassen. Dabei beschränken wir uns weitgehend auf WLAN-Modelle, damit sie sich auch ohne zusätzliches Smart-Home-Gateway sofort nutzen lassen. Eine Ausnahme machten wir bei AVMs Fritz-Dect-Adapter. Wegen der hohen Verbreitung der Fritzbox haben viele Nutzer das nötige Gateway in Form ihres DECT-fähigen Routers längst zu Hause stehen.

Im Testfeld finden sich neben der hierzulande weniger bekannten US-Firma Vocolinc auch namhafte Hersteller wie D-Link, TP-Link, Edimax und Amazon. Dem Online-Riesen ist nicht entgangen, dass sich die schaltbaren Steckdosen zum Verkaufsschlager entwickelt haben. Kurzerhand brachte er daher einen eigenen „Smart Plug“ für Alexa heraus.

Daneben gibt es die oft günstigeren Modelle chinesischer Hersteller. Die Geräte von Sonoff, Avatar und Teckin nutzen alle denselben Chip (ESP82xx). Avatars Smart Wifi Plug und Teckins WLAN-Steckdose SP22 setzen auf die in China weit verbreitete Tuya-Plattform auf. Sie nutzen die identische App nebst hinterliegender Cloud.

Apropos Cloud: Eine dauerhafte Verbindung zu den Hersteller-Servern im Netz verlangen mit einer Ausnahme alle getesteten Geräte, spätestens wenn man die Sprachsteuerung via Alexa, Siri oder Google Assistant nutzen oder Verbraucher per App aus der Ferne steuern möchte. Die günstigen China-Stecker bieten über unser Projekt c’t Smart Home einen Ausweg aus der Cloud, den wir im Artikel ab Seite 121 aufzeigen.

Funk

Acht Kandidaten nutzen WLAN zur Kommunikation. Dabei halten sie sich ausschließlich im 2,4-GHz-Band auf. Das ist zwar im Vergleich zum 5-GHz-Band eher überfüllt, bietet aber durch die niedrigere Frequenz eine bessere Durchdringung von Hindernissen und somit eine höhere Reichweite. Letztere ist bei der getesteten Gerätekategorie durchaus wichtig, da man die Zwischenstecker im ganzen Haus einsetzen möchte – zumal keiner der Testkandidaten reichweitenverlängernde Mesh-Technologie beherrscht. Wenn eine Schaltsteckdose im täglichen Einsatz nicht zuverlässig funktioniert, kann das an mangelhafter WLAN-Abdeckung liegen, denn die Entfernung zum Router und die dazwischen liegenden Hindernisse entscheiden über die Erreichbarkeit.

Bei unseren Schaltversuchen auf Distanz stiegen die Stecker von Avatar und Edimax als erstes aus – zwei massive Wände auf 8 Meter genügten, um die Verbindung zum Router (Fritzbox 7490) zu blockieren. Im Mittelfeld lagen die Kandidaten von Teckin, TP-Link und Sonoff. D-Links W118 und die PM5 von Vocolinc hielten die Verbindung auch auf 15 Meter mit vier Wänden. Per WLAN kamen wir schließlich am weitesten mit Amazons Smart Plug. Das niederfrequente DECT-ULE der FritzDecs konnte seine Stärken ausspielen und war in Sachen maximale Distanz zum Router der klare Sieger: 20 Meter schaffte sie.

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